Kai Ulrich Müller: Faszination Bayerischer Wald

Wald. Bild von Thomas Hendele auf Pixabay

Kai Ulrich Müller: Faszination Bayerischer Wald, SüdOst Verlag in der Battenberg Gietl Verlag GmbH, Regenstauf 2016, ISBN: 978-3-86646-750-7, 49,90 EURO (D)

Nach jahrzehntelanger Abgeschiedenheit an der Grenze zum sogenannten „Eisernen Vorhang“ präsentiert sich der Bayerische Wald heute – zusammen mit dem Nationalpark Sumava auf der tschechischen Seite – als das letzte große Urwaldgebiet Mitteleuropas. Kai Ulrich Müller stellt Natur und Kultur des schönen Landstriches in Bild und Text vor.

Die Aufnahmen selbst wurden bei Bedarf bezüglich Lichtwerten, Kontrastumfang, Farbtemperatur, Objektivfehler etc. im Nachhinein bearbeitet und korrigiert, aber nicht verfremdet.

Nach Impressionen auf Doppelseiten folgt eine geografische Karte zur Einordnung der Region. In einem Grundlagenteil mit einigen Bildern geht Müller dann auf die Entstehung, Geografie, Fläche, Klima, kulturelle Besonderheiten und Geschichte von der Vorzeit bis heute ein. Die Informationen über Flora und Fauna im Allgemeinen sind etwas spärlich.

Der Bayerische Wald wird in einzelne Regionen aufgeteilt, die dann einzeln präsentiert werden. Los geht es mit Regensburg und seinem Umland, wo die Sehenswürdigkeiten der Stadt, Regenstauf, die Burgruine Stockenfeld oder die Walhalla gezeigt werden. Weiter geht es mit Cham und dem Oberen Bayerischen Wald. Dort werden zum Beispiel das Benediktinerkloster Reichenbach, der Rötelseeweiher, der Further Drachenstich oder der Kaitersberg vorgestellt. Straubing und sein Umland mit der St. Englmarer Rauhnacht, der Stadt Straubing, die Holzkirchener Kerzenwallfahrt zum Bogenberg oder Rattenberg folgen danach. Deggendorf mit der Klosterbibliothek von Metten, der Stadt Deggendorf, Schloss Egg oder die Benediktinerabtei Niederaltaich kommen dann an die Reihe.

Der Nationalpark und die Landkreise Regen und Freyung-Grafenau mit dem Zellertal, dem Großen Arber, Bischofsmais, Tieren, Pflanzen und Pilze werden dann behandelt. Anschließend geht es um das Passauer Land mit der Passauer Altstadt und dem Dom, der Passauer Goldhaube, das Wegscheider Land oder dem Passauer Abteiland. Winterimpressionen wie von den so genannten Arbermandl, den Rauwuggerl in Winternächten, Wintersport, Tieren oder der Fernsicht vom Gipfel des Arber bilden den Schlusspunkt.

Im Anhang findet man noch ein Ortsregister und Informationen zum Autor, ein Literaturverzeichnis fehlt.

In jedem Kapitel werden die Sehenswürdigkeiten der Städte, Kleinstädte und Dörfer, Traditionen und Kultur und die Naturschönheiten in Wort und Bild beschrieben. Die Abbildungen sind manchmal doppelseitig, manchmal etwas kleiner. 

Hier werden die Naturschönheiten des Bayerischen Waldes, die dortige Tradition der Glasbläserei, religiöse Highlights und die Städte des Donautals, die mit ihm seit langer Zeit verbunden sind, sowie lokales Brauchtum vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt aber auf den Naturaufnahmen, von denen besonders die über eine Doppelseite gehenden, gut gelungen sind. Die Winterlandschaften sind besonders sehenswert. Leider fehlen Informationen über Wanderwege (Rundwege, Kurz- und Fernwege) zu den jeweiligen Regionen.

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Über Michael Lausberg 558 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.