Katar: Die neuen Hightech-Stadien der WM

Fauzan Saari @fznsr_

Die WM in Katar startet in einigen Monaten

Die WM in Katar ist nur noch wenige Monate entfernt und Fans des Sports freuen sich bereits auf die spannenden Matches zwischen den Nationalteams. Dieses Jahr findet die WM im Winter statt, weil Katar auf Grund seiner hohen Sommertemperaturen für eine Sommer-WM nicht in Frage gekommen wäre. Der kleine Wüstenstaat musste für die WM 2022 ordentlich aufrüsten und hat gleich mehrere Stadien in Auftrag gegeben. Die Mannschaften werden aber nicht nur in nagelneuen Arenen spielen, sondern dazu auch in den Genuss neuester Sport-Technologien kommen. Neben den Torlinientechniken, die mittlerweile in viele Ligen etabliert sind, soll es auch Abseits-Roboter geben, die noch präzisere und schnellere Entscheidungen treffen können, als es menschliche Schiedsrichter tun. Natürlich dürfen im Stadion auch Hightech-Kameras, hochauflösende Bildschirme und Co. nicht fehlen.

Stadien: Wo findet die WM statt?

Insgesamt acht Stadien wird es für die Fußball-WM in Katar geben. Diese wurden nicht nur in Rekordgeschwindigkeit erbaut, sondern bestechen auch mit außergewöhnlichen Designs und prachtvollen Fassaden, die es so noch kaum gegeben hat. Aushängeschild der WM soll das Lusail Iconic Stadion werden, das mit 80.000 Plätzen der größte Austragungsort in Katar sein wird. Auffällig ist es durch seine goldene Fassade und die geschwungenen Formen, durch die es an eine traditionell arabische Laterne erinnert. Hier sollen hochmoderne Technologien mit der arabischen Kultur verschmelzen. Damit es sowohl Spielern als auch Zuschauern nicht zu heiß wird, bietet das bautechnische Wunderwerk ein modernes Kühlsystem und bei der Bewässerung des Rasens wird auf wiederaufbereitetes Wasser gesetzt, um Frischwasser zu sparen. Rund 662 Millionen US-Dollar soll der Bau bisher gekostet haben. Im Inneren wartet nicht nur die Sportarena, sondern auch Cafés und Restaurants. Das große Finale der WM wird hier stattfinden. Mit 60.000 Sitzplätzen ist das al-Bayt Stadion das zweitgrößte für die WM. Hier wird die feierliche Eröffnung stattfinden, außerdem werden wichtige Spiele aus dem Achtel-, Viertel- und Halbfinale veranstaltet. Auch dieses Stadion wurde speziell für die WM in Auftrag gegeben und zeigt eine andere Seite der arabischen Kultur. Beim Design wurden die traditionellen Zelte nomadischer Völker zum Vorbild genommen, weshalb die Austragungsstätte von außen an ein großes Zeltdach erinnert. Mit der weißen Fassade mit schwarzen Streifen wurden außerdem traditionelle Muster aufgegriffen. Auch die anderen sechs Stadien sind echte Hingucker, können mit der Größe und Pracht der zwei Hauptarenen allerdings nicht mithalten.

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Technologien der WM 2022

Die Stadien in Katar sind mit modernster Technologie ausgestattet. Dazu gehören mittlerweile auch die Torlinientechniken, die sich in vielen Ligen etabliert haben. Bei der Qualifikation zur WM werden diese allerdings nicht eingesetzt. Grund dafür war, dass nicht alle Stadien (außerhalb von Katar) mit der Technologie ausgestattet sind und dies deshalb zu unfairen Bedingungen führen könnte. Bei den WM-Spielen in Katar wird allerdings auf die elektronische Hilfe gesetzt. Welches System dabei zum Einsatz kommt, wurde bisher jedoch nicht klar definiert. Verschiedene Systeme wie das deutsche GoalControl kamen bereits bei anderen Weltmeisterschaften zum Einsatz, was vermuten lässt, dass die Wahl auch bei den diesjährigen Matches auf GoalControl fallen könnte. Dabei werden 14 High-Speed-Kameras im Stadion montiert, sieben an jedem Tor, die genau messen können, wann der Ball die Torlinie mit mehr als 50% überschritten hat. Tritt dies ein, werden die Schiedsrichter umgehend darüber informiert und können Entscheidungen noch präziser treffen. Für das Publikum ergibt sich dadurch auch ein besonderes Highlight, denn sie können die High-Speed-Aufnahmen bei Wiederholungen auf der großen Leinwand mitverfolgen und so kein wichtiges Detail im Spielgeschehen verpassen. Neben der Torlinientechnik sollen außerdem Abseitsroboter zum Einsatz kommen. Diese ermitteln mit Hilfe von 29 Kameras die Datenpunkte aller Spieler und können damit noch schneller erkennen, ob die Abseitsregel gebrochen wurde. Die Technologie wurde bereits beim FIFA Arab Cup getestet und hat sich als sehr zufriedenstellend erwiesen. Trotzdem ist sie für die WM erst im Gespräch, ein definitives Go hat es von der Leitung noch nicht gegeben. Die Gerüchteküche brodelt allerdings schon heftig und die meisten Experten gehen davon aus, dass die Abseitsroboter die Schiedsrichter in Katar unterstützen werden.

Wie wirkt sich die Technologie aus?

Als Torlinientechniken zum ersten Mal im Gespräch waren, zeigten viele Vereine und Fans große Skepsis. Die Automatisierung der Schiedsrichterentscheidungen wurde dabei schon fast als unromantisch dargestellt. Seit 2015 sind Torlinientechniken in der Bundesliga vertreten und haben sich immer wieder als sinnvolle Erweiterung bewiesen. Schiedsrichter machen die Technologien trotzdem nicht obsolet, stattdessen unterstützen sie diese dabei, noch präziser und fairer zu handeln. Das kann für einige Teams sogar den großen Unterschied machen, denn ob ein knappes Tor gezählt wird oder nicht, kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Nun haben einige Fans sogar die Hoffnung, dass sich mit der neuen Technik sogar der ein oder andere Underdog in der WM einen Vorteil verschaffen könnte. Ob das realistisch oder einfach nur ein Fußball-Märchen ist, bleibt abzuwarten. Noch wird diese Komponente natürlich nicht in die Prognosen aufgenommen. Derzeit ist das brasilianische Team laut den Experten bei 888 der große Favorit im Rennen um den Sieg des FIFA World Cups 2022 mit einer Quote von 6.00, obwohl auch dem amtierenden Weltmeister Frankreich gute Chancen zugesprochen werden (6.50) (Stand 16.6.2022). Natürlich kann sich bis zu den Spielen in Katar noch vieles verändern. Mit der Torlinientechnik und den Abseitsrobotern gehören unausgewogene Schiedsrichterentscheidungen der Vergangenheit an und es stellt sich nicht mehr die Frage, ob Entscheidungen durch unterbewusste Vorurteile zu Gunsten der besseren Teams gefällt werden. Damit könnten die Underdogs tatsächlich größere Chancen haben. Sollte dem so sein, wird sich dies vor allem auf die Quoten der Live Wetten auswirken, die noch während der Matches abgeschlossen werden können und aktuelle Geschehnisse berücksichtigen. Am Ende zählt natürlich weiterhin die Leistung der Teams und die Favoriten Brasilien und Frankreich werden es der Konkurrenz sicherlich nicht leicht machen.

Fauzan Saari
@fznsr_

Die WM in Katar wird in acht High-Tech-Stadien ausgeführt, die zum Teil sogar extra für das Großevent erbaut wurden. Die beeindruckenden Bauten vereinen moderne Technik mit arabischer Kultur und sind damit zu echten Kunstwerken der Architektur geworden. Im Inneren strotzen sie nur vor hochmoderner Ausrüstung. Dazu zählen beispielsweise zahlreiche Kameras und Systeme, die bei fairen Schiedsrichterentscheidungen helfen.