Salzburger Festspiele 2019: Jens Harzer übernimmt die Rolle des Sprechers in Luigi Nonos „Il canto sospeso“ für Bruno Ganz

Jens Harzer, Foto: Salzburger Festspiele

Konzert der Ouverture spirituelle am 24. Juli, 20.30 Uhr, Kollegienkirche

(SF, 3. Juli 2019) Jens Harzer übernimmt die Rolle des Sprechers in Luigi Nonos Il canto sospeso, für die ursprünglich Bruno Ganz vorgesehen war. 1995 war Bruno Ganz im Rahmen des Zeitfluss-Festivals, das von Markus Hinterhäuser und Tomas Zierhofer-Kin verantwortet wurde, bereits in dieser Rolle bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Das umfassende Werk des großen italienischen Komponisten ist wohl – dank Intendant Markus Hinterhäuser – nirgendwo sonst in solch einer künstlerischen Prägnanz und Fülle zu erleben gewesen wie bei den Salzburger Festspielen, seitdem seine Tragödie des Hörens Prometeo unter Ingo Metzmacher in der Kollegienkirche seine Erstaufführung 1993 im Zeitfluss-Festival hatte.

Seit dem Tod von Bruno Ganz ist Jens Harzer der neue Träger des Iffland-Rings. Die auf Lebenszeit vergebene Auszeichnung erhält der „bedeutendste und würdigste Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters“.

Die Salzburger Festspiele widmen das Konzert am 24. Juli dem im Februar verstorbenen Bruno Ganz.

Biografie Jens Harzer

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Jens Harzer, geboren 1972 in Wiesbaden, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Ab 1993 gehörte er 16 Jahre dem Ensemble von Dieter Dorn an, erst an den Münchner Kammerspielen, dann am Bayerischen Staatsschauspiel.

Daneben gastierte er u. a. an der Schaubühne Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Burgtheater Wien, Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Frankfurt und bei der Ruhrtriennale. In diesen Jahren arbeitete er mit Regisseuren wie Dieter Dorn, Peter Zadek, Herbert Achternbusch, Andrea Breth, Martin Kušej, Luc Bondy und Jürgen Gosch. Seit 2009 im Ensemble des Thalia Theaters Hamburg engagiert, arbeitete er u. a. mit Dimiter Gotscheff, Luk Perceval und Johan Simons.

Bei den Salzburger Festspielen debütierte Jens Harzer 2000 in Jon Fosses Der Name (Regie: Thomas Ostermeier). Von 2002 bis 2004 spielte er in Hofmannsthals Jedermann den Tod in der Inszenierung von Christian Stückl. Außerdem war er in O’Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht (Regie: Elmar Goerden, 2004), Dostojewskis Verbrechen und Strafe (Regie: Andrea Breth, 2008/2009), in Peter Handkes Immer noch Sturm (Regie: Dimiter Gotscheff, 2011) und 2016 als Caliban in Deborah Warners Inszenierung von Shakespeares Der Sturm zu sehen. Zuletzt war er im Vorjahr in Johan Simons Inszenierung von Kleists Penthesilea an der Seite von Sandra Hüller bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Jens Harzer und Sandra Hüller wurden für ihre Darstellung des Achilles und der Penthesilea in den Kategorien „Bester Schauspieler“ bzw. „Beste Schauspielerin“ für den Nestroy Preis 2018 nominiert. In der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute wurde Jens Harzer 2008 und 2011 zum Schauspieler des Jahres gewählt.

Im Film arbeitete Jens Harzer u. a. mit Michael Verhoeven, Hans-Christian Schmid, Bülent Akıncı und zuletzt mit Wim Wenders und Tom Tykwer.

Seit dem Tod von Bruno Ganz ist Jens Harzer der neue Träger des Iffland-Rings. Die auf Lebenszeit vergebene Auszeichnung erhält der „bedeutendste und würdigste Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters“. 

Ouverture spirituelle

SWR Vokalensemble · SWR Symphonieorchester · Creed · Rundel

Mi, 24. Juli, 20.30 Uhr, Kollegienkirche

Yeree Suh Sopran

Bettina Ranch Alt

Robin Tritschler Tenor

Jens Harzer Sprecher

SWR Vokalensemble

Marcus Creed Choreinstudierung/Musikalische Leitung (Gesualdo und Rihm)

SWR Symphonieorchester

Peter Rundel Dirigent (Nono)

Programm

Carlo Gesualdo

Responsoria et alia ad Officium Hebdomadae Sanctae spectantia:
Tristis est anima mea

Wolfgang Rihm

Sieben Passions-Texte für sechs Stimmen:
Motetus I [Tristis est anima mea]

Carlo Gesualdo

Responsoria et alia ad Officium Hebdomadae Sanctae spectantia:
Velum templi scissum est

Wolfgang Rihm

Sieben Passions-Texte für sechs Stimmen:
Motetus III [Velum templi scissum est]

Carlo Gesualdo

Responsoria et alia ad Officium Hebdomadae Sanctae spectantia:
Tenebrae factae sunt

Wolfgang Rihm

Sieben Passions-Texte für sechs Stimmen:
Motetus IV [Tenebrae factae sunt]

Carlo Gesualdo

Responsoria et alia ad Officium Hebdomadae Sanctae spectantia:
Caligaverunt oculi mei

Luigi Nono

Il canto sospeso für Sopran-, Alt- und Tenor-Solo, gemischten Chor und Orchester

Abschiedsbriefe zum Tode verurteilter europäischer Widerstandskämpfer

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