Die CDU sei „als Lehre aus den dunkelsten Stunden unserer Geschichte“ entstanden — auch wegen des „naiven Glaubens“, man könne Extremisten schon irgendwie einhegen, erklärte Friedrich Merz am gestrigen Mittwochabend während eines Festaktes zum 80. Jubiläum eines der ersten von Konrad Adenauer mit verfassten Grundsatzprogramme in Hüsten im Sauerland, also bei sich zuhause. Der Bundeskanzler und Parteivorsitzende beschwört den Gründer der CDU gegen wachsenden Druck von seinen Anhängern und aus der eigenen Partei, eine Minderheitsregierung mit Duldung der AFD zu bilden.
Selten in der Nachkriegsgeschichte stand ein christdemokratischer Bundeskanzler unter derartigem Druck wie Friedrich Merz. Die nicht abbrechenden Meldungen über Kanzlerwechsel oder Minderheitsregierung entspringen nicht nur einer aufgeregten Medienwelt, sondern auch einer zutiefst verunsicherten Union.
Robin Alexander widmet seinen aktuellen Podcast nur der Frage, warum mit einer von der AFD geduldeten Minderheitsregierung keine Politik „CDU pur“ zu machen sei und schon gar keine angemessene Wirtschaftspolitik und liefert damit eine Stunde Gemeinschaftskundeunterricht besonders für die wachsende Anzahl von Leuten aus der Wirtschaft, die genau das von Merz einfordern (https://youtube.com/watch?v=lJZ9Yysnfzs).
Dabei sollen die anschwellenden Gerüchte über einen Kanzlerwechsel Merz offenbar unter Druck setzen. Unter der Überschrift „Wechsel nach Berlin wäre Harakiri“ berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit seinen guten Drähten zur Düsseldorfer Staatskanzlei von Hendrik Wüst, dass dort „niemand Interesse habe, Merz abzusägen“ (https://epages.ksta.de/epaper/KS-20260528-20260528.2-kd…). Denn das „schadet auch dem Hendrik“.
Die „Spekulationen über die Götterdämmerung seien von anderen potenziellen Merz-Nachfolgern lanciert worden“, wird in der Staatskanzlei vermutet. Der Verdacht fällt neben Markus Söder vor allem auf Jens Spahn: Er „ist sich fälschlicherweise auch ganz sicher, dass die Leute ihn mögen“. Spahn „halte sich für einen guten Nachfolger und habe als CDU-Fraktionschef die stärkeren Truppen als Wüst hinter sich, wenn es darum ginge, den Sturz von Merz zu organisieren“.
Robin Alexander erinnert daran, dass Jens Spahn stets erklärt, mit „dieser AFD“ sei eine Zusammenarbeit nicht möglich, mit einer anderen also schon. Genau das bereitet Spahn im Windschatten der gegenwärtigen Unruhe vor. Zur Klausurtagung der jungen Abgeordneten lud er Mathias Döpfner und zwei ausgewiesene Brandmauer-Gegner ein (https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=27203599932557812&id=100000035169308).
Gast auf Spahns privater Geburtstagsparty am Berliner Schlachtensee vor einigen Tagen war auch Holger Friedrich, ostdeutscher Verleger und publizistischer
Sympathisant der AFD (https://table.media/…/835-debatte-um-wuest-als-merz…). Am 26. Juni wird Friedrich ein Impulsreferat auf dem „Demokratiekongress“ der AFD in den Räumen des Deutschen Bundestages halten, neben Holger Köppel, Hans-Georg Maaßen, der bereit ist, Innenminister einer AFD-Regierung zu werden, und anderen Rechtsaußen-Aktivisten (https://afdbundestag.de/1-demokratiekongress/).
Ganz im Sinne von Spahn entwickelt Holger Friedrich in einem Beitrag seines Blattes Forderungen an die AFD, um sie politisch koalitionsfähig für die Union zu machen (https://www.berliner-zeitung.de/…/nur-der-offene…). Dabei erinnert er daran, wie einst Angela Merkel Helmut Kohl mit einem Artikel der FAZ zum Abschied drängte: „ Die CDU fand damals die Kraft, einen politischen Schlusspunkt zu setzen und eine neue Aufstellung zu wagen“. Genau darauf bereitet sich Spahn vor.
Vorstellungen solcher Art gehen selbst CSU-Chef Markus Söder zu weit: „Dies würde die Demokratie destabilisieren…. Dann gehen wir den Weimarer Weg“. In einem großen Artikel zeichnet die FAZ heute die möglichen Folgen auf: „Karl-Josef Laumann, stellvertretender CDU-Bundesvorsitzer, sagte, jegliche Zusammenarbeit mit der AfD wäre das Ende der CDU. Viele Mitglieder würden dann die Partei verlassen, er auch. Entsprechend äußerten sich der ebenfalls zur CDU gehörende nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul und der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Dennis Radtke.
Andere, die nicht namentlich zitiert werden wollen, vermuten ebenfalls eine große Austrittswelle aus der CDU als Folge einer solchen Entwicklung. Einer sagt, die frühere Vorsitzende und Kanzlerin Angela Merkel würde die Partei verlassen – und 100.000 Mitglieder mit ihr (https://zeitung.faz.net/data/832/reader/reader.html…).
Quelle: Facebook
