Das Schiff Alan Kurdi

Sonnenuntergang am Mittelmeer, Foto: Stefan Groß

62 der ursprünglichen 64 Menschen harren auf dem Seenotschiff aus. Zwei Frauen, die ärztlich notfallmäßig versorgt werden müssen, werden ans Land gebracht. Kein Land rund um das Mittelmeer oder der EU lässt die übrigen Geretteten ans Land. Italien will zwei Frauen samt kleinen Kindern aufnehmen. Die Ehemänner/Väter/Vergewaltiger (?) weigern sich: Die Männer wollen mit. Sie bestehen auf Familienzusammenführung, welches ein Menschenrecht ist. So bleiben die Frauen samt Kinder an Bord. Die Männer sind zufrieden. Wenn wir nicht ans Land dürfen, dann dürfen die Frauen und Kinder auch nicht gerettet werden. Die Seenothelfer verstehen und unterstützen diese humanitäre Einstellung.

Die Staaten der EU können sich nicht auf einen gemeinsamen Verteilungsschlüssel für die nicht Ertrunkenen einigen. Italien und Malta sind nicht bereit, alle Mittelmeer-Migranten aufnehmen. Eine Ausweichroute führt nun über Spanien. Dort erhalten die Geretteten einen einfachen Freifahrtschein bis zur französischen Grenze.

Die Seenothelfer argumentieren genauso ethisch wie die Aufnahme unwilligen EU-Staaten. Eine Einigung ist somit nicht in Sicht.

Es ist beinahe unmöglich, eine für alle Seiten zufriedenstellende Kompromisslösung zu finden, da selbst der Vatikan als Kinder liebende Katholische Kirche sich weigert, ohne Vorbedingungen mit der italienischen Regierung zu reden. Die Worte „Was ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“ verhallen ungehört. Deutschland schiebt die Schuld teilweise auf sich, also auf die unfähige EU, die es bis jetzt nicht geschafft hat, humanitäre Probleme in Angriff zu nehmen. Die Seegroßmacht Großbritannien freut sich über den baldigen (sic!) Brexit.

Der Versuch einer ethischen Entwirrung mag löblich sein, ist jedoch ein gefährliches Minenfeld. Um nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden, ist jeder Konfliktpartner darauf aus, jeden potentiellen Vermittler zu vernichten. Lieber nimmt man ein paar Ertrinkende auf und stößt sie nach einer Schamfrist unauffällig ab.

Zur Konfliktlösung werden ähnlichen Vorfälle zeitlich aufgegliedert. Zu den Akteuren zählen die potentiellen Aufnahmestaaten der EU, der Zwischenaufenthalt-„Staat“ Libyen und die Fluchtursprungsstaaten, hier: Nigeria.

Wir (ich schreibe wir, um die Leser mit in die Verantwortung zu ziehen) lassen das Drama südlich der Sahelzone in Nigeria beginnen. Mit 200.000.000 Einwohnern ist Nigeria der bevölkerungsstärkste Staat Afrikas! Das Land ist reich an Erdöl und Korruption. Die Bevölkerung vermehrt sich schneller (freiwillig?) als die Wirtschaft wächst. Die Folge ist eine gravierende Arbeitslosigkeit der Jungen, die ihr Heil in der Auswanderung bis nach Europa suchen. Die Hälfte der Einwohner sind Muslime, die andere Hälfte Christen. Beide vertragen sich nicht.

Da alle Familien mit sehr viele Kinder gesegnet sind, verschmerzen sie leicht einen Esser weniger, der in Europa arbeiten oder stehlen soll, um die in Nigeria verbliebene Familie mit € zu unterstützen. Stirbt ein solcher unterwegs, so wird der nächste nach Norden geschickt. Dies darf sich mehrere Male wiederholen. Der Schwund unterwegs wird mit einkalkuliert. Ganz billig ist die Reise nicht, doch hierfür findet sich immer Geld. Eine gelungene Überfahrt nach Europa ist wie ein Sechser im Lotto. Geldverleiher sind immer dabei. Zuweilen zahlt der deutsche Steuerzahler die Zeche.

Zunächst muss der auserwählte Jüngling die aride Sahelzone und die noch trockenere Sahara überwinden, um ans Mittelmeer, gewöhnlich in Libyen, zu gelangen. Es gibt zwar noch weitere muslimische Mittelmeeranrainer, doch Libyen ist nach der Ermordung Gaddafis durch die schlauen Franzosen der sicherste Staat, von dem aus man in die EU gelangen kann. Oft werden die nigerianischen Migranten in Libyen gefasst und im Gefängnis gequält, versklavt und ermordet. Wieso sich Frauen unter den Nigerianern befinden, die alle bis zur gelungenen Schwangerschaft vergewaltigt werden, bleibt unklar. Böse Zungen behaupten, dass die arabischen Vergewaltiger und andere Kleinkriminelle sich als deren Ehemänner ausgeben, um in Europa dem einträglichen Gewerbe der Prostitution zu frönen. Das würde sofort erklären, warum die „Ehemänner“ auf der Alan Kurdi sich weigern, ihre Frauen alleine ziehen zu lassen. Es darf natürlich auch die Stimme der Liebe sein!

Nach einer gewissen Frist in libyscher Gefangenschaft finden die Nigerianer ein seeuntaugliches Boot, welches in Richtung zentrales Mittelmeer driftet. Nachdem es kaum noch Seenotschiffe zwischen Libyen, Malta und Italien pendeln, sinkt die Zahl der „Geretteten“. Nicht bekannt ist, ob weniger Migranten die Überfahrt wagen oder mehr Auswanderer im Salzwasser umkommen. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der Mitte.

Trotz politischer Uneinigkeit wird einer Handvoll Migranten das Betreten des Heiligen Römischen EU-Bodens gestattet. Schaffen es die Bootsflüchtlinge und ihre Frauen mit Kindern bis nach Deutschland, so haben sie alle ausgesorgt.

Als die Juden Nazi-Deutschland gegen ihren Willen verlassen müssen, fahren sie per Dampfer von Hamburg nach New York, wo man sie abweist und zurück ins KZ schickt. Viele jüdische Eltern schicken ihre Kinder alleine nach England, damit sie überleben. Nach dem verlorenen Krieg profitieren zunächst die Nazis vom Holocaust. Der Vatikan besorgt den getauften Judenmördern falsche Papiere, mit denen sich in Südamerika gut leben lässt. Bis heute profitieren auch Vergewaltiger vom Holocaust, wenn sie ihren Aufenthalt in der EU erzwingen. Die gutmenschlichen Matrosen im Mittelmeer können und wollen nichts davon wissen. Sie wollen auch nur profitieren.

Cave:

Wir wissen nicht, wie die Geschichte ausgehen wird. Wir brechen hier ab.

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.