Dendrologischer Atlas der Wörlitzer Anlagen

Brigitte Mang für die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

Park Wörlitz. Bild von Katja S. Verhoeven auf Pixabay.

Brigitte Mang für die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz (Hrsg.): Dendrologischer Atlas der Wörlitzer Anlagen, 2., aktualisierte Auflage, Dölling und Galitz Verlag, München/Hamburg 2020, ISBN: 978-3-86218-131-5, 34 EURO (D)

Der ab 1764 gestaltete Wörlitzer Park stellt als historisches Gartenkunstwerk von Weltrang nach den in England aufgekommenen Gestaltungsprinzipien des landschaftlichen Stils dar. Es wurde im Jahr 2000 als Bestandteil des Gartenreichs Dessau-Wörlitz zum UNESCO-Welterbe erklärt. Der Wörlitzer Park zeichnet sich durch Vielfalt und Abwechslung vor allem in Kombination unterschiedlicher Arten und Formen von Gehölzen und anderen Pflanzen aus. 

Dieses Buch enthält ein Verzeichnis aller 444 Arten von Gehölzen im Park und eine Kurzbeschreibung und 68 Detailkarten als Auffindungshilfe. In der vorderen und hinteren Innenseite ist eine geographische Karte des Wörlitzer Parks mit den Nummern der Detailkarten abgedruckt. 

Bei den Hinweisen zur Benutzung werden die Angaben in den Artbeschreibungen erläutert und Informationen zum Gebrauch gegeben. 

Danach wird in zwei Essays auf die Entstehung und Philosophie der Wörlitzer Anlagen und auf die standörtlichen Gegebenheiten eingegangen. 

Dann folgen die Artbeschreibungen, die alphabetisch sortiert sind. 

Die Artbeschreibungen enthalten folgende Angaben nach einer festen Systematik: Jede gehölzart bekommt ihre eigene Sippennummer. Danach folgen Informationen zum Gehölznamen. Aufgeführt wird zuerst der botanische Name, bestehend aus Gattungs- und Artname, dann folgt der deutsche Name, sofern er vorhanden ist. Gängige Synonyme sind in Klammern angegeben. Danach werden die Kennzeichen aufgeführt, also die wichtigsten Merkmale der jeweiligen Gehölzart bzw. –sorte wie Höhe, charakteristische Wuchsform, Blatt-, Blüten- und Fruchtmerkmale und zum Teil auch Angaben zum maximal erreichbaren Alter. Informationen zu den von der Art bevorzugten Böden und deren Merkmalen sowie sonstige Eigenschaften der Art bezüglich ihrer ökologischen Ansprüche und Hinweise, seit wann die betreffende Art oder die Sorte in Europa kultiviert wurde, kommen dann zur Sprache. Der Artensteckbrief endet mit der Angabe, wo die Gehölzsippe im Park zu finden ist, also mit der Nummer der passenden Karte. 

Anschließend findet man die 68 Detailkarten. Weiterhin wird noch in einem Beitrag auf die Artenverwendung und Pflegekonzeption der Wörlitzer Anlagen eingegangen. Ein anderer Beitrag geht auf die Geschichte und Inhalt der Wörlitzer Gehölzinventare seit dem ersten von August von Rode 1788 als populäre Gartenschilderungen und wissenschaftliche Dokumentationen ein. 

Im Anhang gibt es noch ein Literaturverzeichnis, einen Abbildungsnachweis und ein Verzeichnis der deutschen Gehölznamen. 

Die Wörlitzer Anlagen besitzen viele außergewöhnliche Gehölze und andere Pflanzen, die in diesem Buch auf aktueller Basis dokumentiert sind. Das Buch versetzt vor allem Parkbesucher in die Lage, sowohl Wissen über die Arten als auch deren Platz im riesigen Park zu finden. Die Systematik ist nachvollziehbar und verständlich, dazu sollten aber die Hinweise zur Benutzung genau durchgelesen werden. 

Das könnte interessant sein Powered by AdWol Online Werbung

Robert Atzorn: „Duschen und Zähneputzen – Von Leiden und Lüsten

DAS BUCH: Robert Atzorn: „Duschen und Zähneputzen. Was im Leben wirklich zählt“, 272 Seiten, ...

Brexit-Handbuch für Unternehmen und Berater

Brexit-Handbuch für Unternehmen und Berater. Steuerrecht – Zollrecht – Gesellschaftsrecht – ...

Theater Altenburg Gera – Für Bücherwürmer und Literaturfans: die LesBar in der TheaterFABRIK Gera startet wieder

Für alle, die selbst gern lesen oder sich für Literatur interessieren, findet seit einigen Monate...

Michael Lausberg
Über Michael Lausberg 385 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.