Die Wahl von Luigi Pantisano zum Co-Parteivorsitzenden der Linken markiert einen deutlichen Politikwechsel seiner Partei, den er in mehreren Beiträgen zuvor formuliert hatte: „Letztlich gibt es gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst.“
Eine demokratische Partei als Variante oder Vorstufe einer faschistischen Partei zu betrachten, sie letztlich gleich zu setzen, steht in der Tradition der kommunistischen „Sozialfaschismus-These“, die Stalin formulierte und durchsetzte: „Die Sozialdemokratie ist objektiv der gemäßigte Flügel des Faschismus…Diese Organisationen schließen einander nicht aus, sondern ergänzen einander. Sie sind nicht Antipoden, sondern Zwillinge.“ Später wurden die Sozialdemokraten zum Hauptfeind erklärt.
Unter Gregor Gysi und anderen hatte sich die PDS, später die Linke, bemüht, sich aus diesen Traditionen zu lösen, nicht zuletzt aus der Erkenntnis heraus, dass sich die Kommunisten in der Weimarer Republik durch diese Politik als Wegbereiter der Nationalsozialisten erwiesen hatten. Ähnlich argumentierte die linke Fraktionsvorsitzende aus Sachsen-Anhalt auf dem Parteitag Eva von Angern: „Ich trenne ganz klar zwischen AfD und CDU. Die CDU sei „eine demokratische Partei“, auch wenn die Linke inhaltlich viele Konflikte mit ihr habe. Aber sie konnte sich nicht durchsetzen.
Die Wahl von Pantisano markiert die Rückkehr der Linken zu diesen alten kommunistischen Politikmustern. Dass der neue Vorsitzende mit nur 53 Prozent gewählt wurde, zeigt, dass ein Teil der Linken noch nicht mitzieht. Doch Pantisano repräsentiert eine neue starke junge Grundströmung der Linken, die auch in anderen Fragen sichtbar wurde, so beim Versuch von 30 Prozent der Delegierten, das Existenzrecht Israels aus einem Antrag zu streichen.
In der Union sehen sich alle diejenigen bestätigt, die sich dagegen wehren, mit Hilfe der Linken eine AfD-Regierung zu verhindern und dann doch lieber eine AfD-Regierung dulden.
Quelle: Franz Sommerfeld
