Jean Paul

Die Weimarer Klassiker mochten ihn nicht, zumindest Goethe und Schiller – jenen Johann Paul Friedrich Richter, den Franken aus Wunsiedel, 1763 geboren, der sich später Jean Paul nennen sollte. Früh begabt, aus protestantischem Elternhaus, immatrikulierte sich Paul in Leipzig. Aber anstatt der Theologie den Dienst zu erweisen, zog es das jugendliche Genie, das sich mit seinen frühen literarischen Experimenten in die Spuren von Jonathan Swift und Christian Ludwig Liscow begab, zur Literatur hin. Und bereits damals erwies sich das Genre – wie heute – als kein leichtzuwandelnder Pfad, und so blieb auch Jean Paul jene Erfahrung einer „gescheiterten Existenz“ nicht erspart. Der Autor des Siebenkäs, der mit seinem Hesperus oder 45 Hundposttage, Sofis Welt von Jostein Gaarder bereits vorausnimmt, mußte klein anfangen, finanzielle Not und familiäre Tragödien gingen dem späteren Ruhm voraus, der sich 1793 mit dem Roman Die unsichtbare Loge vorerst einstellen sollte. Dem Geist des französischen Aufklärers, Naturphilosophen und Pädagogen Jean-Jacques Rousseau verpflichtet und durch Karl Philipp Moritz geadelt, folgte der literarische Durchbruch dann peu á peu ab 1795.

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Stefan Groß-Lobkowicz
Über Stefan Groß-Lobkowicz 2068 Artikel
Dr. Dr. Stefan Groß-Lobkowicz, M.A., DEA-Master, geboren 1972, studierte Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Jena und München. 1992 gründete er die Tabula Rasa. Seit Jahren arbeitet er für die WEIMER MEDIA GROUP, so zuerst als Chef vom Dienst, später als stellvertretender Chefredakteur für The European und die Gazette.

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