Künstliche Intelligenz und Digitalisierung – Eine Gefahr für klassische Handwerksberufe?

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Eine neue Ära der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz bricht an, und mit ihr kommt eine potenzielle Bedrohung für viele handwerkliche Berufe. KI-gestützte Maschinen werden immer ausgefeilter und können menschliche Fähigkeiten mit erschreckender Genauigkeit nachahmen und damit auch über kurz oder lang übernehmen. Vor welchen Herausforderungen steht zum Beispiel die Branche der Metallverarbeitung?

Sind die klassischen Handwerksberufe durch den Aufstieg der künstlichen Intelligenz gefährdet?

Wie gut sind die Ausbildungsbetriebe auf die Zukunft vorbereitet? Diese Frage stellt sich drängender denn je, denn bedingt durch verschiedene Faktoren, haben etliche Handwerksbetriebe sehr viele Einsparungen vornehmen müssen in den letzten Jahren. Auch die Metall- und Elektro-Industrie leidet an einem Rückgang der Absatzzahlen, bedingt durch die Rezession und durch eingeschränkte Produktionskapazitäten. Einige Betriebe haben jedoch aus der Not eine Tugend gemacht und sich gezielt auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet, in Weiterbildungen und Qualifikationen investiert und dürften so auf die neue Zeit bestens vorbereitet sein. Betriebe, die sich auf den Wandel am Arbeitsmarkt gut vorbereiten, sind auch für Ausbildungssuchende sehr interessant.

Doch nicht jeder Betrieb kann das leisten und es sind auch noch lange nicht alle bereit dazu. Für Handwerker, die ihr Leben der Perfektionierung ihrer jeweiligen Handwerkskunst gewidmet haben, könnte der Wandel in das digitale und maschinengesteuerte Arbeitsleben der Zukunft das Ende ihrer Existenzgrundlage bedeuten, wenn sie sich nicht anpassen. Dabei liegt eine große Chance darin, sich weiterzuentwickeln, indem neue Technologien genutzt werden und die traditionellen Arbeitsweisen erleichtert werden. Wer sich nicht zu schade ist, sich fortzubilden und rechtzeitig auf den Zug der Neuerungen aufzuspringen, kann diesen Wandel produktiv nutzen, um noch bessere und kompliziertere Ergebnisse als bisher zu erschaffen.

Schauen wir uns beispielsweise die in der Industrie häufig angewendete Arbeit des Metall-Tiefziehens an. Unter dem Metall tiefziehen wird die häufig zur Anwendung kommende Bearbeitung von Blechteilen verstanden. Konkret geht es beim Tiefziehen um eine Anwendung der Blechumformung. Das Tiefziehen ist zum Beispiel ein fester Bestandteil in der Automobilindustrie und wird gebraucht, um Karosserieteile für Kraftfahrzeuge passgenau herzustellen. Unter jungen Schulabgängern hierzulande gibt es eine hohe Ausbildungsbereitschaft in der M+E Industrie, die besonders im Bereich der Automobilindustrie deutlich sichtbar ist. Hier hat der Boom noch lange nicht nachgelassen.

Wie sieht es aber mit der Akzeptanz von Digitalisierung und Einsatz von künstlicher Intelligenz im Handwerk und in der Industrie aus? Die Deutschen bleiben mehrheitlich, zumindest im Bereich künstliche Intelligenz, sehr vorsichtig. Für viele Menschen scheint es kaum denkbar zu sein, dass man ein Vertrauen aufbaut gegenüber einer künstlichen Intelligenz, die man nicht selber verstehen kann. Dennoch führt kein Weg an den Neuerungen vorbei, wenn die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleiben soll. Natürlich stellt sich angesichts der vielen neuen Entwicklungen im Bereich KI und Digitalisierung die Frage: Braucht man klassische Handwerksberufe bald nicht mehr? Dies ist aber zu kurz gedacht, denn es bedarf lediglich einer generellen Akzeptanz gegenüber den neuen Möglichkeiten, um auch in Zukunft marktführend tätig sein zu können.

Die Automobilindustrie bereitet sich beispielhaft auf die großen Veränderungen vor, dies kann auch für andere Industriebereiche als beispielhaft gelten. Die Hersteller investieren in Schulungsprogramme, um die Arbeitnehmer auf die neue Ära vorzubereiten. Autos, die mit Wasserstoff fahren, selbstfahrende Kraftfahrzeuge, verbesserte E-Technologie, all das sind Neuerungen, die auch im Ausbildungswesen berücksichtigt werden müssen. Die Arbeitnehmer müssen in der Lage sein, die komplexen Systeme zu bedienen und zu warten. Fortbildungen und zusätzliche Qualifizierungen sind daher unerlässlich, um mit den rasanten Veränderungen Schritt zu halten.