vbw: Bayerischer Arbeitsmarkt robust, doch erste Anzeichen für Abkühlung

Spuren im Schnee, Foto: Stefan Groß

„Der bayerische Arbeitsmarkt bleibt im Juni mit einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent trotz steigender Risiken robust. Dass der bayerische Arbeitsmarkt die geringste Arbeitslosenquote aller deutschen Länder aufweist, haben wir unseren starken Unternehmen zu verdanken. Allerdings weisen verschiedene Indikatoren auf eine Abkühlung im Arbeitsmarkt hin“, kommentiert Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die heute vorgestellten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Positiv sieht die vbw, dass die Arbeitslosigkeit mit 2,6 Prozent nicht nur im Vergleich zum Vormonat, sondern auch im Vergleich zum Vorjahresmonat (jeweils 2,7 Prozent) weiter zurückgegangen ist. „In weiten Teilen des Freistaats herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Quoten von 1,3 Prozent wie in Eichstätt oder von 1,6 Prozent wie in Neumarkt in der Oberpfalz suchen in Europa ihresgleichen. Der bayerische Arbeitsmarkt eröffnet allen Beschäftigungsgruppen gute Chancen“, so Brossardt.

Aber die vbw betont, dass der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) Anlass zur Sorge gibt. Zudem hat sich die Zahl der von Kurzarbeitsanzeigen betroffenen Personen seit Juli 2018 verdreifacht.

Brossardt warnt: „Die konjunkturelle Entwicklung verlangsamt sich. Gründe dafür sind die politischen Unsicherheitsfaktoren wie die zunehmenden internationalen Handelskonflikte und schwächere Exporte durch die sich verlangsamende Weltkonjunktur.“

Gleichzeitig wird der Fachkräftemangel immer drängender. Unternehmen suchen händeringend nach geeignetem Personal, um die Aufträge erfüllen zu können. Der Fachkräftemangel droht zum Wachstumshemmnis zu werden. „Gelingt es nicht, den Fachkräftebedarf über geeignete Maßnahmen zu decken, können Produktions- und Wachstumspotenziale nicht ausgeschöpft werden, Investitionen am Standort müssten unterbleiben. Die vbw setzt sich für ganzheitliche Lösungen zur Deckung des Fachkräftebedarfs ein. Zusammen mit der bayerischen Staatsregierung hat die vbw die InitiativeFachkräftesicherung+ ins Leben gerufen. Sie ist mit einer Vielzahl von Projekten und einer koordinierenden Taskforce angelaufen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2023 rund 250.000 zusätzliche Arbeitskräfte für die bayerische Wirtschaft zu gewinnen“, so Brossardt.

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