Deutschland vor der Koalitions-Spaltung: 36 Prozent wollen Grün-Rot-Rot, 35 Prozent Blau-Schwarz

Brandmauer, Chat GPT

In den nächsten Wochen entscheidet sich, welche neuen Regierungen in Sachsen-Anhalt und Berlin gebildet werden. Wir wollten auf Bundesebene die Befragten vor die Alternative stellen, welche Regierungskoalitionen sie auf Bundesebene besser fänden: Grün-Rot-Rot oder Blau-Schwarz. Auch hier zeigt sich Deutschland gespalten, 36 Prozent wären, vor diese Wahl gestellt, für Grüne-SPD-Linke, 35 Prozent für AfD-CDU/CSU. Männer und Ostdeutsche (je 40 Prozent) sind mehrheitlich für ein Bündnis aus AfD und CDU/CSU, Frauen und Westdeutsche (je 37 Prozent) sind mehrheitlich für ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linkspartei. Die 40- bis 69-jährigen Befragten sind knapp mehrheitlich für Blau-Schwarz (34 bis 41 Prozent), die jüngste Altersgruppe (18-29.Jahre) und die älteste Altersgruppe (über 70 Jahre) sind mehrheitlich für Grün-Rot-Rot (45 bzw. 42 Prozent). Die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen spricht sich zu jeweils 41 Prozent für beide Optionen aus. Die Wähler von CDU/CSU und FDP sprechen sich relativ-mehrheitlich, die der AfD absolut-mehrheitlich für Blau-Schwarz aus. Auch jene des BSW tendieren dazu, wissen allerdings auch in gleichem Ausmaß keine Antwort auf die Frage (je 38 Prozent). Die Wähler von Bündnis90/Die Grünen, SPD und Linkspartei sind absolut-mehrheitlich für Grün-Rot-Rot. Falls die Brandmauern fallen, dürften das die zukünftigen Lager sein.

Großen Einfluss auf die öffentliche Meinung, die wir messen, hat die veröffentliche Meinung. Deshalb wollten wir wissen, welche Medien aus Sicht der Befragten in den nächsten zwölf Monaten an Bedeutung gewinnen oder verlieren werden. Beim Blick auf alle sechs abgefragten Medienbereiche (öffentlich-rechtlicher Rundfunk, bundesweite Printmedien, private Rundfunkmedien, regionale Printmedien, reine Online-Nachrichtendienste und Soziale Medien) gehen fast überall zumindest relative Mehrheiten (41 bis 51 Prozent) davon aus, dass die Bedeutung des abgefragten Mediums gleichbleiben wird. Ausgenommen sind hier die Sozialen Medien, wo die Befragten gespalten sind zwischen Bedeutungsgewinn vs. Stagnation (37 bzw. 38 Prozent). Nur bei den reinen Online-Nachrichtendiensten (26 Prozent zu 14 Prozent) und den Sozialen Medien (37 zu 13 Prozent) rechnen mehr Befragte mit einem Bedeutungszuwachs als mit einem Bedeutungsverlust. Bei den andern vier Medienangeboten gehen mehr Befragte davon aus, dass sie an Bedeutung verlieren (23 bis 34 Prozent) klar vor der Ansicht, dass sie an Bedeutung gewinnen (7 bis 13 Prozent). Die Veränderungen beim Medienkonsum werden wir weiter im Blick behalten.

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Hermann Binkert ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Jurist ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Markt- und Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE. Bevor er INSA im November 2009 in Erfurt gründete, war Binkert 18 Jahre im öffentlichen Dienst, zuletzt als Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei und Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund, tätig. Heute gehört er zu den renommiertesten Meinungsforschern Deutschlands und erhebt Umfragen für Ministerien im Bund und in den Ländern, für alle Parteien und Fraktionen, die im Bundestag und in den Landtagen vertreten sind. Wöchentlich stellt INSA die Sonntagsfrage für die Bild am Sonntag und die BILD. Das Meinungsforschungsinstitut arbeitet für viele großen Verlage, z. B. Springer, Burda, Funke, Madsack. Es führt aber auch Fokusgruppengespräche und Testkäufe durch.