Blek le Rat – Der Mann der durch die Decke (Wände) geht

Blek le Rat, Das heute wohl berühmteste Motiv ist "der Mann der durch die Wände geht", entstanden im Jahr 2004. Fotorechte: Galerie Kronsbein

Blek le Rat gilt als der Urvater der Urbanartströmung Stencil-Art (Schablonenkunst). Jeder, der sich mit Thema „Urban Art“ beschäftigt, kommt an dem unter dem Pseudonym Blek le Rat bekannten Künstler mit dem bürgerlichen Namen Xavier Prou nicht vorbei.

Das heute wohl berühmteste Motiv ist „der Mann der durch die Wände geht“, entstanden im Jahr 2004.

Blek le Rat – The Man Who Walks Through The Walls

DATUM2016
GRÖSSE76 x 56 cm
GRÖSSE INKL. RAHMEN80 x 60 cm
MEDIUM3 farbiger Siebdruck auf 300gsm Arches Papier
UNIKATnein
 handsigniert, nummeriert, hochwertig gerahmt

Anfrage/Request

Geboren wurde Xavier Prou 1951 in Boulogne-Billancourt, Frankreich. Er studierte von 1971 bis 1976 an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris Radierung, Lithografie und Malerei, anschließend wurde er ebendort für das Architekturstudium (bis 1983) zugelassen.

Laut eigener Äußerungen gehen erste künstlerische Einflüsse weit in seine Schulzeit zurück. Bei einem Besuch der italienischen Stadt Padua während der Schulferien sah Prou ein Schablonengraffiti mit Mussolini. Dieses hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck. Darüber hinaus waren die USA-Graffitis, welche er bei seinen Reisen Anfang der 1970er bewunderte, prägend. Sie wurden 10 Jahre später Wegweiser für die Ausrichtung seiner künstlerischen Karriere.

Auch die Pop Art, besonders die Kunst von Andy Warhol, berührten ihn stark. Zusammen mit seinem Freund Gérard Dumas, der Prous Faszination für druckgraphische Techniken, für Graffiti und nicht zuletzt für Warhol teilte, entschloss er sich durch Figuren, hergestellt anhand einer Schablone, und nicht durch schwer entzifferbare Schriftzüge wie bei Graffiti Writing, die eigenen künstlerischen Intentionen an die Betrachter auf den Pariser Straßen zu transportieren. 

Blek le Rat – The Piedpiper (Le Fifre)

DATUM2015
GRÖSSE57 x 56 cm
GRÖSSE INKL. RAHMEN80 x 60 cm
MEDIUMSiebdruck auf 300g Büttenpapier von Arches
UNIKATnein
 nummeriert, inkl. Rahmen

Der Startschuss fiel im Jahr 1981. Während Gérard Dumas in Anlehnung an Warhol die Schablone einer Banane kreierte, wählte Prou als Motiv eine stilisierte Ratte. Sie wurde zu seinem Markenzeichen und war eine Zusammensetzung aus verschiedenen Komponenten. Zunächst wird darin Prous Bewunderung für die Comicfigur Blek le Roc aus Italien Anfang der 1950er-Jahre deutlich. „Roc“ ersetzte er jedoch durch „Rat“, als Symbol der Schattenseiten der Urbanität und zugleich einem Bild der Kunst an sich, indem „Rat“ auch das Anagramm des Wortes „Art“ darstellt. Blek le Rats Ratte sollte überall in der Stadt zu sehen sein: Als vorgeprägter Code im allgemeinen Gedächtnis, als Sinnbild des Urbanen, als Überlebenskünstlerin sollte die Ratte vielschichtige gesellschaftliche Probleme, gefärbt in Schwarz, aufzeigen und als Schablonenbild abertausende Passanten unterschiedlicher Gesellschaftsschichten zur Diskussion anregen. Auf diese Weise wurde die Ratte zum Pseudonym und zugleich zur Signatur von Blek le Rat, zum Botschaftsträger, aber auch zum Tag im Sinne von Taki183.

Blek le Rat – Napoleon crowning Taki 183

DATUM2017
GRÖSSE56 x 76 cm
MEDIUM2 Farben Siebdruck auf Papier 300 gms Arches
UNIKATnein

Nach kurzer Zeit stieg Gérard Dumas aus dem Künstlerduo und den gefährlichen Projekten aus, stattdessen blieb Xavier Prou umso beharrlicher und erweiterte sogar sein Motiv-Repertoire in lebensgroßen menschlichen Figuren. Anfangs beschränkte sich die Ausweitung der Motivwahl hauptsächlich auf Selbstporträts. Somit zog er stärker die Aufmerksamkeit von Passanten und anderen Künstlern auf seine eigenen Bilder und ihre Botschaften. Sie machten „Schule“ (L’école de Blek le Rat) und Blek le Rat somit zum Pionier der sogenannten „Art du Pochoir“, auf Englisch als „Stencil-Art“, auf Deutsch als „Schablonen-Graffiti“ bezeichnet. Die Pochoir-Bewegung breitete sich kontinuierlich von ihrem Ursprung in Paris in ganz Frankreich und schließlich international aus.

Zusammen mit seinen Mitstreitern verband er, wie bereits die Pop Art, Kunst und Alltag, griff die Subversion von Kommunikationsstrukturen und den Zeichendiskurs der Situationisten auf sowie die Ironisierung moderner und avantgardistischer Positionen durch postmoderne Zitatkunst. Seine Urban Art zeichnet sich durch eine klare, mit wenigen Mitteln vorgetragene Struktur aus. Sie ist aber nur scheinbar plakativ, da sie mit vielen Bedeutungsebenen spielt. Insgesamt kann zusammengefasst werden, dass Blek le Rats Kunst gerade durch die Einbindung in eine kunsthistorische Traditionslinie Innovatives hervorbrachte. Sie prägte und beeindruckte nicht zuletzt viele spätere Vertreter der Urban Art wie Shepard Fairey und Banksy.

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