Klimawandel → Klimakatastrophe → Weltuntergang

Zwei Bänke, Foto: Stefan Groß

Obwohl der Stundenzeiger der Uhr tags zuvor staatlich verordnet um eine ganze Stunde vorgestellt worden ist, reicht es nicht aus zu einem 1.-April-Scherz. Es betrifft das Fernsehprogramm vom 31. März 2019, genauer: die Anne-Will-Show und die anschließenden Titel-Thesen-Temperamente „ttt“ mit Max (vormals Dieter) Mohr. Beide Sendungen handeln die Klimakatastrophe (vormals Klimawandel, zukünftig Weltuntergang) ab.

Die zukünftige Nobelpreisträgerin und momentan schulschwänzende Autistin und Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg nimmt an der Anne-Will-Show nicht teil, sondern wird rechtzeitig in einem netten und vorbereiteten Interview kurz von der Moderatorin selbst eingeführt. Zu Anne Wills Gästen gehört der grüne Robert Habeck. Habeck behauptet keck , dass der Klimaschutz die Arbeitsplätze und somit den Reichtum nicht nur der Deutschen Nation sichert, denn der Zustand ohne Klimaschutz führt zur Klimakatastrophe und zum Weltuntergang, was eine allgemeine Armut nach sich zieht. Somit klopft er die zukünftige Marschroute der links-grünen Vulgärmarxisten fest. Wie die politisch gewollten, stetig steigenden Energiepreise, die den Energieverbrauch drosseln sollen, den Reichtum der bereits heute in Kälte und Dunkelheit ausharrenden Nichtakademiker begünstigen, vergisst er zu erläutern. Anne Will verspürt keinen Drang, den grünen Robert hierüber vertieft zu befragen. Wahrscheinlich soll auf Wusch der zukünftigen Regierung, bestehend aus CDU/CSU und Grünen, der Reichtum am Prekariat (Proletariat?) vorbeigehen. Zumindest in diesem Punkt neben „Merkel muss weg!“ sind sich die Koalitionäre einig.

Der allgemeine Tenor der Anne-Will-Show lautet: Im Jahre 2030 findet der Weltuntergang statt, wenn wir – wer immer „wir“ auch sei – nicht bedeutend weniger CO2 absondern. Zwar ist die in Deutschland und der EU freigesetzte Menge an CO2 im Vergleich zu China, USA und Russland irrelevant, jedoch muss Deutschland damit beginnen, auch wenn wir bereits seit langem wissen, dass niemand uns nachahmen wird. In Deutschland entscheidet sich das Schicksal der Menschheit/Menschlichkeit. Dieses Mal wird die Menschheit/Menschlichkeit NICHT untergehen! Zweimal ist genug!! Verbrennungsöfen sind aus ethischen CO2-Gründen (= Weltuntergangsverhinderung) out! Zumindest die Judenfrage wäre damit endgültig hinfällig und ein für alle Mal gelöst! Schon allein deshalb lohnt sich der Kampf gegen die Klimawandel! Wir haben aus der Vergangenheit gelernt!

Nach den dazwischengeschalteten Nachrichten mit einem Kurzfilm über die beiden letzten ausgestorbenen Eisbären auf einer schmelzenden Eisscholle erscheint zur späten Stunde die Fernsehsendung „ttt“ für die gehobene Schicht, die gewohnheitsmäßig ihrem Stande entsprechend später aufsteht als die schwer arbeitende Bevölkerung. Das Ende der Welt ist unabwendbar, ertönt der Ruf des Propheten Max (vormals Dieter), der nebenher gekonnt einen Muezzin mimt. „Klimawandel“ ist ein Euphemismus („Verbrämung“ für die weniger Gebildeten, die wach geblieben sind), man möge ab sofort das Wort „Klimakatastrophe“ benutzen, welche schon dem Worte nach schnurstracks („unausweichlich“ für die Gebildeten) zum Weltuntergang führt, welcher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Jahre des christlichen Herrn 2030, 2000 Jahre nach seinem Kreuzestod, stattfinden wird, in dem Jahr, in dem Merkel, gesundheitliche Gründe vorschiebend, nicht mehr Bundeskanzlerin sein will.

Erwägt wird die Frage, ob eine Demokratie fähig ist den Weg vom Klimawandel über die Klimakatastrophe zum Weltuntergang zu verhindern. Die Frage wird angestoßen, welcher Diktator (Xi, Put, Tay oder Kim) am besten die Klimakatastrophe und somit am erfolgreichsten den Weltuntergang verhindern wird. Andrerseits darf nicht weggeschoben werden, dass das Verschwinden der Menschen den Tieren mit Ausnahme der Haustiere einen unschätzbaren Gewinn bringen wird. So auch den Eisbären, deren schmelzenden Eisschollen erneut wachsen werden.

Die die noch nicht eingeschlafenen deutschen Zuschauer höchst interessierende Frage, wie viel das viele Abfallplastik in allen Weltmeeren zur Klimaerwärmung beiträgt, wird nicht angegangen.

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.