vbw Pressemitteilung zu einem halben Jahr US-Strafzölle: vbw-Studie warnt vor schwerwiegenden Folgen von Strafzöllen auf Fahrzeuge und Fahrzeugteile

BMW, München, Foto: Stefan Groß

Weit gravierender als US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium wären für die deutsche und bayerische Wirtschaft Zölle auf Fahrzeuge und Fahrzeugteile. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Ernst & Young, EY Economic Advisory, die im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zu der Bedeutung der US-Zölle auf Stahl und Aluminium für Bayern und Deutschland erstellt wurde. „Zölle auf die Einfuhr von Automobilen in die USA wären aufgrund des hohen Stellenwerts der Automobilindustrie in Deutschland und wegen ihrer Bedeutung in den deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen äußerst schwerwiegend und brächten gewaltige Belastungen für die deutsche und bayerische Wirtschaft, die weit über die unmittelbar betroffenen Unternehmen hinausreichen“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Der Studie zufolge exportierte Deutschland im Jahr 2017 in die USA Automobile mit einem Gesamtwert von rund 20 Milliarden Euro. Allein auf Bayern entfielen mit 5,8 Milliarden Euro davon rund 30 Prozent. Zurzeit liegt der Zollsatz für Personenfahrzeuge bei 2,5 Prozent, für KfZ-Teile im Schnitt bei 1,3 Prozent. Aktuell beläuft sich die Zollbelastung für bayerische Automobilexporte in die USA auf rund 146 Millionen Euro jährlich. Ernst & Young hat errechnet, dass sich der Wert bei einem Zoll zwischen 15 und 25 Prozent auf zwischen 870 Millionen und 1,45 Milliarden Euro erhöhen würde, was bis zu einer Verzehnfachung der bisherigen Kosten führen würde.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes exportierte Bayern im Jahr 2017 Waren im Wert von rund 21,5 Mrd. Euro in die USA. Das waren 11,2 Prozent aller bayerischen Exporte. Die USA waren damit erneut der größte Exportmarkt für bayerische Waren. Im Zeitraum Januar bis September 2018 fielen die bayerischen Exporte um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Importe von US-Waren reduzierten sich im gleichen Zeitraum sogar um 17,1 Prozent.

Bertram Brossardt: „Wenn man berücksichtigt, dass Zölle neben direkten Preiseffekten Implikationen auf Preise in anderen Sektoren haben, zeigt das einmal mehr, dass alle Beteiligten zur Deeskalation beitragen und über weitreichende Handelserleichterungen zwischen beiden Wirtschaftsräumen sprechen müssen. Es gilt jetzt, dass der Juncker-Trump-Deal zu einem Erfolg gebracht wird. Ziel ist das weltweite Absenken der Zölle“, fordert Brossardt.

Die Studie ist abrufbar unter: https://www.vbw-bayern.de/vbw/ServiceCenter/Au%C3%9Fenwirtschaft/Internationalisierung-und-Export/US-Z%C3%B6lle-auf-Stahl-und-Aluminium-Bedeutung-f%C3%BCr-Bayern-und-Deutschland.jsp

O-Ton von vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt zur Bedeutung der US-Zoll-Politik.

https://www.vbw-bayern.de/vbw/NewsRoom/index.jsp?audio_id=2449502#audio_item_2449502

Das könnte interessant sein Powered by AdWol Online Werbung

Die nächste und baldige Präsidentin der USA soll Kamala Devi Harris heißen

Zum ersten Mal in seiner 175-jährigen Geschichte gibt das US-Magazin Scientific American ...

City-Wissenschaftler zum Abraham-Abkommen

Nachfolgend finden Sie einen Kommentar von Dr. Amnon Aran [1],__leitendem Dozent für International...

Manhattan – Platz der Trunkenheit „Manna-Hata“

New York ist eine Stadt, die niemals schläft. Das wusste schon Frank „Old Blue Eye“ Sinatra, a...