CORONA – Filmbrancheninfos #32

Die Kinos kämpfen ums Überleben und die Streamingdienste machen gute Geschäfte im Lockdown

Leeres Kino. Bild von Deedee86 auf Pixabay.

Ach ja, die schnelle Grundsicherung, die Kreativen und der Stolz … ausführliche Antworten haben wir von unseren Leser*innen erhalten – Lektüre zum Diskutieren am Tag der Arbeit. 

Zum Langewochenendstart erstmal was Schönes: Brad Pitt als Dr. Fauci antwortet dem realen Donald Trump in der jüngsten Ausgabe von „Saturday Night Live“.

Und noch eins (hihi): Ein spanischer Journalist wird gerade im Video-Chat zur Corona-Krise interviewt, als plötzlich eine halbnackte Frau durch den Hintergrund läuft. Das Problem: Sie ist angeblich nicht seine Freundin. Aber die weiß nun Bescheid.

Die Kinos kämpfen ums Überleben, die Streamingdienste machen gute Geschäfte im Lockdown. Ein wenig Solidarität mit der Branche sollte da ruhig eingefordert werden, meinen neun Verbände und Institutionen. In einem Offenen Brief an die Politik fordern sie eine „Solidaritätsabgabe“ für die Branche.

Die Film- und Medienstiftung NRW startet ihre dritte Corona-Hilfsmaßnahme. Bis zu 1,5 Millionen Euro werden für die Entwicklung von neuen Filmprojekten von Produzent*innen und Autor*innen im Bundesland bereitgestellt. Das Budget ist für zwei Jahre gedacht, rückwirkend ab dem 1. Januar 2020. Über die Zuschussförderung entscheidet der Filmförderausschuss der Filmstiftung im Rahmen der regulären Fördersitzungen.

Kinobetreiber, die in den vergangenen drei Jahren mit einem Kinoprogrammpreis der BKM ausgezeichnet wurden, können sich erneut freuen: Denn unter ihnen schüttet die Kulturstaatsministerin fünf Millionen Euro als Hilfsmaßnahme zur Bewältigung der Corona-Krise aus. Zudem seien erleichterte Förderbedingungen für das Zukunftsprogramm Kino in Arbeit, meldet „Blickpunkt Film“.

Im Internet-Netzwerk Xing startete die Initiative #wirhelfenfreelancern für Freiberufler in der Corona-Krise. Die Idee: Unternehmen sollen „in einer Gutschein-Logik“ zukünftige Leistungen einzukaufen: „bezahlt wird sofort, die Arbeit aber erst dann erbracht, wenn die Projekte wirklich anstehen.“ Der Vorschuss soll helfen, die gegenwärtige  Durststrecke zu überbrücken. Damit es funktioniert, müssen möglichst viele mitmachen und es weitererzählen, bitten die Initiatoren.

Deutschland gibt sich selbst gern gute Noten im Umgang mit Sars-CoV-2. Und die Zahlen scheinen das zu bestätigen. Wird das in der Welt auch so gesehen?Der „Spiegel“ fragt seine Korrespondenten in der Videoschalte.

Der österreichische Philosoph Robert Pfaller sprach im März mit der „Taz“ über Gendersternchen als neoliberales Distinktionsinstrument von Kulturlinken. Aber eigentlich sagte er noch viel Wichtigeres – nämlich wie das eigentlich Wichtige übersehen wird.

Selbst wenn Kontaktbeschränkungen an Schulen einigermaßen greifen, droht eine zweite Welle von Covid-19-Erkrankungen. Das zeigt eine Studie am Beispiel Berlin. 

Haben die Corona-Maßnahmen die Grippewelle beendet? In manchen Jahren sterben in Deutschland Tausende an der Grippe. Neue Zahlen zeigen, dass die Kontaktsperren die diesjährige Welle wohl verkürzt haben.  

Die Angst vor der zweiten Welle: Die Corona-Pandemie sei längst noch nicht vorbei, warnen Virologen. Ein Wiederaufflammen kann sogar verheerender sein. Das zeigt etwa Singapur.

Vier Wissenschaftler*innen von vier großen Forschungsgemeinschaften haben gemeinsam eine Stellungnahme erarbeitet, wie Deutschland Covid-19 am besten eindämmen könnte. Allerdings aus Sicht der theoretischen Epidemiologie, zitiert sie „Der Spiegel“: „Wir können und wollen ausdrücklich keine Güterabwägung treffen.“ 

Über Arbeit reden gerade viele. Sahra Wagenknecht auch, aber anders – schließlich ist morgen der „Tag der Arbeit“, und der „Tagesspiegel“ hat gefragt. „Der Sozialstaat wurde zerstört“, sagt die Linken-Politikerin und fordert mehr Solidarität und Schutz für Bürger*innen, den Umbau der Wirtschaft und das Ende der Rendite-Logik.

Die ganze Welt treibt die Frage um, wie lange die Corona-Pandemie dauern wird und was danach kommt. US-Präsident Trump versucht es mit größtmöglichem Optimismus. Aber wird tatsächlich in naher Zukunft wieder alles wie früher? fragt der „Stern“.

„Nur einer von zehn kommt lebend wieder raus“: Der deutsche Infektiologe Michael Gaisa arbeitet im Mount Sinai Hospital in Manhattan. Dem „Spiegel“ erzählt er aus seinem Alltag – und kritisiert das amerikanische Gesundheitssystem.

Carl Benedikt Frey ist Spezialist für die Zukunft der Arbeit an der Universität Oxford. In einer Diskussionsrunde erklärte er, inwiefern sich die ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie mit jenen der Spanischen Grippe von 1918 vergleichen lassen. Und diskutierte, welche Technologien in Zukunft in der Arbeitswelt besonders wichtig sein werden.

Mehr als 26.000 Tote in Großbritannien, Exit-Sorgen in Spanien – der aktuelle Blick über die Grenzen von „Euronews“.

Gerade hat Jeff Bezos mehr als 1,8 Milliarden US-Dollar durch Aktienverkäufe eingenommen, Amazon versucht sich als braver Steuerzahler darzustellen – mit einem Steuersatz von 1,2 Prozent, berichtet „Telepolis“. 

Wie schlagen Sie sich während der Corona-Krise? „Blickpunkt Film“ hört sich um und befragt Mitglieder der Kino- und Filmbranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert werden. Hier berichtet Casting Director Anja Dihrberg-Siebler.

Universal will seine Auswertungsstrategie ändern, seitdem eskalierte die Debatte. Jetzt hat sich auch die britische Kinokette Cineworld, zweitgrößte auf dem Weltmarkt, eingeschaltet – und wirft dem Studio Vertrauensbruch und Unsolidarität vor. Einen Boykott droht man zwar nicht an, macht aber doch klar, welche Filme man spielen wird. Und welche nicht.

Kino vs. Streaming in der Corona-Krise ist auch ein Thema für den Deutschlandfunk. 

Um den Verlust „einer der wichtigsten Säulen kommunaler Kultur“ abzuwenden, bedarf es laut Cineplex rascher Kinoeröffnungen und Förderungen. Geschäftsführer Kim Ludolf Koch sagt, dass eine Rettung des Kulturangebots Kino „vergleichsweise preiswert“ sei.

„Kultur ist ein Lebensmittel! Sie ist lebensnotwendig und macht uns als soziale Wesen aus. Den Politikern scheint sie nicht besonders zu fehlen.“ Ein Kommentar von „Blickpunkt-Film“-Chefredakteur Ulrich Höcherl.

„An Themen mangelt es uns noch nicht“: Wie TV-Kulturmagazine auf die Corona-Krise reagieren.

Die Casting Director Cis Corman ist im Alter von 93 Jahren gestorben, meldet „Variety“ [auf Englisch].

Der „Defa-Film des Monats“ kann Anfang Mai auch online über das Filmkunstfest MV gestreamt werden. Der Jugendfilm „Sabine Wulff“ (Regie: Erwin Stranka) von 1978 wurde im vergangenen Jahr durch die Defa-Stiftung digital restauriert und erscheint nun auf erstmals auf DVD.

Die ersten Dailys werden schon wieder gedreht, für die meisten Produktionen ist die Lage aber noch unklar und in Bewegung. Fürs Stadtgebiet München erfragte die Film Commission Bayern gestern den aktuellen Zwischenstand beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) und fasst zusammen:
Für das KVR sei es im Einzelfall „vorstellbar“, dass an geeigneten Örtlichkeiten (Privatgrund, Innen) gedreht wird, wenn der Mindestabstand eingehalten wird, die Beteiligten ausschließlich ihrer beruflichen Tätigkeit nachkommen, der Personenkreis auf das zwingend erforderliche Maß reduziert wird und sonstige Hygienevorkehrungen eingehalten werden.
Für Drehvorhaben auf Privatgrund können ab sofort notwendige Haltverbotszonen (ausschließlich für Technikfahrzeuge) beim Servicebüro Film beantragt werden.
Das Servicebüro Film erteilt weiterhin keine Genehmigungen (egal welcher Größe und Aufwand) für den öffentlichen Verkehrsgrund und in städtischen Grünanlagen. Das gilt bis noch mindestens 10. Mai. 

Morgen ist der „Tag der Arbeit“. Da passen ja die folgenden vier sehr unterschiedlichen Briefe von Leser*innen zum Thema Grundsicherung:

Ich werde ja richtig wütend, wenn ich lese „Nicht nur die BKM, auch andere Politiker verstehen nicht, warum die Kreativen vor der ,Grundsicherung‘ zurückschrecken.“
Ich habe mich mittlerweile leider auch mit diesem Thema befassen müssen, weil kein Weg daran vorbeiführt, wenn man mit Bühne seinen Lebensunterhalt verdient, aber dieses Vorgaukeln von einer „schnellen Unterstützung für Künstler“ … da kann ich nur den Kopf schütteln.
Ich habe selbst einen Antrag auf Grundsicherung gemacht und zwar genau am 14. April, sofort nachdem ich von der NRW-Künstler-Soforthilfe nach 14 Tagen Wartezeit eine Absage erhalten hatte, da „die Gelder seit dem 23. März bereits ausgeschöpft seien“.
Ich frage mich bis heute, was denn bitte in der Zwischenzeit getan wurde und warum wir (rund 8.000 Antragsteller*innen, die eine Absage erhalten haben) erst 14 Tage später darüber informiert wurden und man uns stattdessen schön auf die lange Bank geschoben hat.
Zurück zur sogenannten „Rettung“ Grundsicherung: Auf Anraten der Bezirksregierung habe ich also einen Antrag auf Grundsicherung gestellt; natürlich einen „vereinfachten Antrag“. Toll, dass die Bezirksregierung diese Erleichterung für uns verhandelt hat. Sechs geforderte Nachweise beigefügt und abgeschickt. Nachdem in der Presse immer von der wichtigen Künstlerszene gesprochen wird, war ich ja schon mächtig stolz darauf, dass man auch uns hilft. Es ist ja nicht unser Verschulden, dass Theater, Kinos und sonstige Kultureinrichtungen geschlossen wurden, um die Gesundheit der Allgemeinheit zu schützen.
Nach etwa einer Woche Post vom Jobcenter. Was für eine Freude. Fehlanzeige: Zur weiteren Bearbeitung benötigt das Jobcenter 22 (!) weitere Nachweise von mir: Gehaltsnachweise und Kontoauszüge, Abrechnungen von Strom, Nachweise der Heizkosten, Grundrisse meiner Wohnung, und so weiter …
Dabei hat die Bezirksregierung uns als Trost doch einen „vereinfachten Antrag“ erhandelt? Die BKM wirbt stattdessen so: „Um den Zugang zur Grundsicherung zu vereinfachen, entfällt bei Neuanträgen bis zum 30.06.2020 für die ersten sechs Monate die Vermögensprüfung […] In diesem Zeitraum werden auch die Kosten der Unterkunft (Miete, Nebenkosten, Heizkosten) in voller Höhe übernommen.“
Nach telefonischer Rücksprache mit dem Jobcenter und meiner Frage, wo denn da die „Vereinfachung“ wäre, sagte man mir, man müsste alle Anträge im Detail prüfen und daher sind die geforderten 22 Nachweise rechtens. Desweiteren wurden mir bereits zwei bis drei Wochen Bearbeitungszeit angekündigt.
Insgesamt also sechs Wochen Existenzbangen, laufende Kosten und 100 Prozent Verdienstausfall. Die BKM ist telefonisch nicht erreichbar – Anrufbeantworter.
Ich fasse zusammen: Corona-Künstlerhilfe im Land der Dichter – ein Trauerspiel in mehreren Akten. Regie und Produktion: Bund und Länder.
Das ist die traurige Wahrheit dieser tollen Künstlerhilfe. Und so geht es nicht nur mir, sondern auch anderen Kolleg*innen.
Oliver Ewy, Schauspieler und Sänger

Die Absichten der Regierung sind ja lobenswert, aber wie schon zuvor wieder teilweise diskriminierend: Mein ALG1 läuft zum 30. April aus. Ich bin genauso von der Corona-Krise betroffen wie viele andere Arbeitslose, deren Anspruch erst einen Tag später ausläuft. Auch ich habe in den letzten zwei Monaten vergeblich versucht, eine neue Stelle zu finden und werde auch in den nächsten Monaten erschwerte Chancen haben. Nur, ich hätte nach den neuen Vorschlägen der Regierung keinen Anspruch auf die Zahlungsverlängerung.
Mir fehlt hier jegliches Verständnis. Weder Unternehmen noch Hartz-IV-Empfänger unterliegen diesem zeitlichen Anfangskriterium. Für mich hat die Krise weder eher noch später begonnen, ich werde aber aus den Unterstützungsmassnahmen ausgeklammert.
Wenn die Voraussetzung eh darin besteht, dass man bereits ALG1-Zahlungen erhalten haben muss mit Anfang der Krise, sollten auch für alle betroffenen ALG-Empfänger, bei denen die Zahlung seit Beginn der Krise (Lockdown) ausläuft, von der Regelung betroffen sein.
[Der Name ist der Redaktion bekannt.]

Der Offene Brief vom Kölner Dokomotive Filmkollektiv an unsere Kulturstaatsministerin stößt mir wirklich übel auf, besonders folgende Passage (Zitat): „Wir als Kulturschaffende setzen uns meist freiwillig den Umständen materieller Bescheidenheit aus und erleiden oft das Ausbleiben gesamtgesellschaftlicher Anerkennung.  Ihr Verweisen auf das ALG2 fassen wir ebenfalls als Geringwertschätzung unseres Schaffens auf. Längst ist bekannt, dass selbst etablierte Filmemacher*innen nach zahlreichen Auszeichnungen und Preisen unterbezahlt sind und bei der Realisierung ihrer Filmprojekte für einen Mindestlohn arbeiten. Wir stehen noch am Anfang, doch schon jetzt sehen wir unsere berufliche Zukunft bedroht.“
Fragen an das Kollektiv:
1. Warum ist der Bezug von ALG2 eine Geringschätzung? Habt ihr mehr Anerkennung verdient als alle anderen, die auf Grundsicherung angewiesen sind? Heißt das, dass die Empfänger von Hartz IV richtig behandelt werden?
2. Warum sollte ausgerechnet für uns eine Ausnahmeregelung getroffen werden? Andere dürfen also weiterhin mit einer dürftigen und teilweise auch verfassungswidrigen Grundsicherung auskommen?
3. Warum solidarisieren wir uns nicht, sondern fordern Sonderregelungen? Wohin ein solches Verhalten führt beziehungsweise eine neoliberale Ideologie bedient, könnt ihr hier nachlesen.
4. Ihr sagt: „Unsere Filme sind kritische, sensible und poetische Auseinandersetzungen mit unserer Welt. Sie geben Impulse zur Reflexion politisch- und gesellschaftsrelevanter Themen – sie begeistern, erschüttern und bewegen.“ Entweder habt ihr noch nie kritische Filme gemacht oder ihr habt eure eigenen Filme bisher nicht verstanden. Sonst würde in eurem Offenen Brief etwas anderes stehen. Euer Lamento nach Sonderbehandlung wirkt überheblich und rechtfertigt genau das Vorurteil in der Bevölkerung, nämlich, dass sich viele in diesem Land tatsächlich für etwas Besseres halten. Fallen diese Masken jetzt? Hat Corona das jetzt sichtbar gemacht? Das ist ganz traurig.
5. In dieser Gesellschaft gibt es Anerkennung für den Erfolg an sich. Wer einen Job hat und Geld verdient und Steuern zahlt, bekommt die Wertschätzung. Mehr Geld, mehr Anerkennung. Fragt mal die Niedriglohngruppen. Auf dieser Grundlage dürft ihr gerne nochmal die Frage stellen, die nach eurer gefühlten Geringschätzung. Und genau das muss sich ändern – bei uns und in allen anderen Berufsgruppen.
Carsten Aschmann

„Zum Thema Hartz IV: Es mag zwar sein, dass das im Moment keine so große Rolle spielt, aber generell möchte ich darauf aufmerksam machen, dass in der Bundesrepublik Deutschland niemand zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden darf. Auch hat man das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Das garantiert der Artikel 12 im Grundgesetz. Und das sollte meiner Meinung nach jegliche Sanktionen ausschließen! Man darf also ruhig selbstbewußt im Jobcenter auftreten, auch in Zukunft.“ – Alexander Mateev

Brancheninfo von crew-united und cinearte, erschienen auf out-takes

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