Ein regionales Interview unter Judenfreunden

Mikrofon, Foto: Stefan Groß

Nachdem die Aachener Zeitung AZ/Dürener Zeitung DZ nach dem Anschlag von Halle die #MeToo-Nachricht verbreitet hatte, dass Juden in Düren aus Angst im Verborgenen beten, fällt die Falschmeldung auf fruchtbaren Boden. Vor wenigen Tagen greift ein besorgter Leserbriefschreiber das Thema auf und findet diesen Umstand (im Verborgenen beten) skandalös.

Um ihn und weitere besorgte Dürener nicht zu verunsichern teile ich aus bestunterrichteten Originalquellen den geschätzten Lesern der AZ/DZ/etc. mit, dass sie einer Falschmeldung aufgesessen sind, deren Gegenteil nicht einmal zutrifft. Die wenigen Juden, die in Düren und Umgebung wohnen, sind Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Aachen mit einer großen Synagoge, in der Juden so viel und so lange beten können, wie sie wollen.

Ein weiteres Judenthema aus der Region:

Seit Halle schwillt das Interesse an Juden in der NRW-Provinz rapide an. Es handelt sich um ein Interview auf Seite 3, welches der AZ-Redakteur Joachim Zinsen mit dem ehemaligen Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin Wolfgang Benz führt. Bisher fielen beide (Zeitungsredakteur und Antisemitismusforscher) nicht durch Philosemitismus auf. Ein Antisemitismusforscher muss kein Judenfreund sein, ein auf Juden spezialisierter Zeitungsredakteur in Aachen braucht keiner zu sein. Bei Wolfgang Benz, dem Historiker und Vorurteilsforscher über Antisemitismus, Rassismus und das Ausgrenzen von Minderheiten, ist zudem eine gewisse philosemitische Altersmilde zu beobachten.

Wolfgang Benz hat der Anschlag auf die Synagoge in Halle nicht überrascht. Er hat einen solchen Anschlag schon seit längerem befürchtet. Leider lässt sich im Nachhinein eine solche Behauptung nicht verifizieren. Benz sieht die Schuld am Anschlag in der Verwahrlosung der Sitten und in der Hemmungslosigkeit, die im völkischen und fremdenfeindliche Buch von Thilo Sarrazin (SPD) zu finden ist. Politisch gehört Benz`Ansicht nach der Antisemitismus immer zur DNA (Desoxyribonukleinsäure, abgekürzt DNA, da englisch deoxyribonucleic acid) des Rechtsextremismus. Vorbehalte gegenüber Juden überleben bis heute in Teilen unserer Gesellschaft – trotz (wegen?) der Katastrophe des Holocausts.

WB: „Der Hass auf Minderheiten hat nichts mit der jeweiligen Minderheit zu tun. Als Objekte der Ausgrenzung sind sie beliebig austauschbar.“

Diese Ansicht des altersmilden Antisemitismusforschern lässt sich historisch leicht widerlegen. Zu Ende gedacht, bedeutet es: Der Hass auf Juden hat nichts mit Juden zu tun.

WB: Kritik an der israelischen Regierung ist kein Ausfluss fanatischer Judenfeindschaft.

Dem könnte man zustimmen, wenn Benz den durch BDS-Antisemiten bekannt gewordenen Satz richtig zitiert hätte. Denn es geht nicht um Kritik an der israelischen Regierung, sondern an den israelischen Staat, also dem Judenstaat, weil dort die Juden die politische Macht haben, so wie in Luxemburg die Luxemburger. Wenn verwirrte BDS-Anhänger beschließen sollten, die Luxemburger, also die Einwohner Luxemburgs, zu hassen, dann werde ich ihnen gnädig zu Hilfe kommen und behaupten, dass sie nur die luxemburgische Regierung incl. Asselborn zu Recht kritisieren.

WB: Muslime haben zu einem beträchtlichen Teil die Rolle der ausgegrenzten Juden übernommen. Offene Feindschaft gegen Juden wird in Deutschland sanktioniert. Offene Feindschaft gegen Muslime hingegen nicht. Das zeigt das Beispiel Thilo Sarrazin.

Meine genossene Erziehung verbietet mir jeglichen Kommentar zu diesen steilen Thesen. Schwer ist zu erklären, warum viele Judenhasser (Hitler, Islamisten, Erdogan, …) Muslime lieben. Nebenbei: Thilo Sarrazin beeinflusst schwer den Antisemitismusforscher.

WB: „Zudem lässt sich eine deutlich höhere öffentliche Sensibilität gegenüber dem Antisemitismus beobachten. Heute wird jede (antisemitische) Beleidigung registriert und öffentlich verurteilt.“

Für einen seriösen Forscher eine weitere steile These, die man beinahe täglich widerlegen kann. Nachfragen bei Polizeidienststellen in Aachen und Düren werden dies bestätigen.

WB: Natürlich gibt es unter Muslimen Antisemiten. Aber sie arbeiten mit ideologischen Versatzstücken, die zunächst in Europa entwickelt und dann in den arabisch-muslimischen Raum exportiert wurden. Es gibt keinen genuin muslimischen Antisemitismus. Er ist lediglich eine andere Erscheinungsform des alten, europäischen Antisemitismus, der im Christentum wurzelt.

Unwissenheit oder absichtliche Falschaussage? Wir wollen es auf das hohe Alter des Forschers schieben. Es gibt einen genuin muslimischen Antisemitismus, so im Koran, zugeschrieben einem gewissen Mohammed, der weder den deutschen Nationalsozialismus noch den europäischen Judenhass gekannt hat.

WB: Politisch lehne ich persönlich die BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) ab, weil ich Boykotte für falsch und wirkungslos halte. Sie verhärten die Fronten zwischen Israelis und Palästinensern nur noch weiter. Auch in dieser Bewegung gibt es Fanatiker.

Diese Einstellung Benz` ist neu! Joachim Zinsen hätte dem Antisemitismusforscher lieber eine andere Antwort entlockt.

WB: Für mich wäre es schon ein großer Erfolg, wenn wir durch Aufklärung und Bildung den Damm gegen die braune Flut befestigen könnten. In den vergangenen Jahren gab es Erosionsprozesse. Dazu beigetragen haben Leute wie der ehemalige Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen.

Hass ist wie ein Nagel. Je öfters man drauf klopft, desto tiefer sitzt er. Nach Sarrazin und Maaßen fehlt als dritter im Bunde der Jude Jesus! Alle drei haben einen pathologischen Drang, die Wahrheit auszusprechen.

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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.