Entschuldigung: Die Maskenpflicht im Freien war sinnlos

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Eine „Osterruhe“ wurde verordnet. Anschließend wurde sie, begleitet von einer Entschuldigung von Seiten der Kanzlerin, wieder zurückgenommen. Aber was ist dieses kleine Oster-Fiasko im Vergleich zur andauernden Tyrannisierung und Ungeselligmachung von Millionen Menschen, denen man auferlegt sich im Freien unter Maskenzwang zu bewegen?

Im Bundestag, so die Kanzlerin, sei eine Vertrauensfrage überflüssig. Eine andere Vertrauensfrage stellt sich gleichwohl: In dem Maße, in dem zutrifft, dass Masken im Freien überflüssig sind, ist zu fragen, ob die Bevölkerung der Regierung (dem Rumpfparlament aus Kanzlerin und Ministerpräsidenten) noch vertrauen kann.

Denn längst schon steht die Tyrannei der Außen-Masken auf wackligen Füßen. Seit Wochen ist der Aerosol-Experte Gerhard Scheuch medial präsent und argumentiert mit überzeugenden Argumenten derart gegen einen Maskenzwang im Freien, dass es selbst einem – unmaskierten – Karl Lauterbach die Sprache verschlägt, was man sich etwa HIER anschauen kann.

Dabei zeigte die großangelegte chinesische Studie „Indoor transmission of SARS-CoV-2“ bereits vor fast einem Jahr, dass es im Freien so gut wie nie zu Ansteckungen mit Covid-19 kommt (außer eine ansteckende Person niest einer anderen in die Atemwege, was im zivilen Leben glücklicherweise nur selten einmal vorkommt), sodass die Anzahl vernachlässigbar klein ist:

„Our study does not rule out outdoor transmission of the virus. However, among our 7,324 identified cases in China with sufficient descriptions, only one outdoor outbreak involving two cases occurred in a village in Shangqiu, Henan.“

Ein Jahr später also wird die Kernaussage der chinesischen Studie durch Gerhard Scheuch in zahlreichen Interviews (man recherchiere dazu im Internet) bestätigt: Die Maskenpflicht im Freien sei sinnlos. Nun gibt die Kanzlerin viel auf ihre Wissenschaftlichkeit. Warum registriert sie aber maskenbezogene wissenschaftliche Erkenntnisse nicht, die von der Wissenschaftsgemeinschaft seit knapp einem Jahr verbreitet werden? Nochmals die frohe Kunde, in den Worten des Physikers Gerhard Scheuch im ZDF-Morgenmagazin: „Im Außenbereich kann man sich so gut wie nicht anstecken.“

Längst hat die Maskenpflicht in Außenbereichen zu psychischen Schäden geführt. Täglich sehen wir verängstigte oder tyrannische Menschen, die sogar fernab von aller Maskenpflicht maskiert Fahrrad fahren oder uns durch die Maske hindurch den Tod wünschen, weil wir selbst keine Maske tragen. Mit anderen Worten: Die unwissenschaftliche Tyrannei der Masken zeitigt Deformationen, mit deren Heilung gar nicht früh genug begonnen werden kann. Und sie fördert eine der schlimmsten Untugenden, die Gift ist für die Demokratie: den vorauseilenden Gehorsam.

Mit welchen Worten, will sich die Kanzlerin vor einer ganzen Bevölkerung entschuldigen, die ohne wissenschaftliches Fundament zwangsmaskiert und schikaniert wurde? Genügen für die zwanghafte Politik reine Worte der Entschuldigung – oder müssen nicht vielmehr Taten folgen?

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Über Karim Akerma 68 Artikel
Dr. Karim Akerma, 1965 in Hamburg geboren, dort Studium u.a. der Philosophie, 1988–1990 Stipendiat des Svenska Institutet und Gastforscher in Göteborg, Lehraufträge an den Universitäten Hamburg und Leipzig, Tätigkeit als Übersetzer aus dem Englischen, aus skandinavischen und romanischen Sprachen. Wichtigste Publikationen: „Verebben der Menschheit?“ (2000) sowie „Lebensende und Lebensbeginn“ (2006).