Deutschland: kein Unterschied zwischen Israelhass und Judenhass

Es gibt keinen Israelhasser, der nicht zusätzlich Judenhasser ist et vice versa

Flagge von Israel, Foto: Stefan Groß

Während die Parole „Die Juden sind unser Unglück“ jedem gebildeten oder ungebildeten Deutschen bekannt ist, ist der Bekanntheitsgrad des Slogans „Israel ist unser Unglück“ geringer. Dieser Slogan stammt von einer deutschen rechts-außen Kleinstpartei, von der in der nächsten Zeit trotz/wegen Corona-Schwund der bürgerlichen Rechte, trotz Wirtschaftskrise und trotz Politikverdrossenheit keine weltbewegenden Aktionen zu befürchten sind. Ein Gericht in Hannover wird sich mit dem Slogan befassen, nachdem sich die Staatsanwaltschaft zunächst geweigert hatte, eine Anklage zu erheben.

Auch wenn es dem Gebildeten klar ist, dass es sich um einen antisemitischen Aufruf handelt, Juden körperlich und materiell zu schädigen, brauchen wir nicht zu hoffen, dass ein Richter eine hohe Strafe verhängt, um Antisemiten zum Schweigen zu bringen. Wichtig ist hier, die Gleichheit beider Parolen „Die Juden sind unser Unglück“ und „Israel ist unser Unglück“ ins richtige Licht (beinahe hätte ich „ins rechte Licht“ geschrieben) zu rücken.

„Israel“ hat mehrere Bedeutungen. Zunächst: Israel ist ein Staat im Nahen Osten, in dem – neben 20% Muslime – die meisten Juden weltweit leben. Zudem wird auf Hebräisch mit „Am Jisrael“ „das Volk der Juden“ bezeichnet.

Die Rechtsextremisten könnten sich herausreden, dass die Juden in Deutschland für sie kein Unglück bedeuten. Das werden sie öffentlich und ehrlich niemals behaupten, da ihnen ihre letzten Wahlstimmen davoneilen würden. Doch soweit können Rechtsextremisten nicht denken: Es geht ihnen nur um Aufmerksamkeit. Diese wollen wir ihnen hier gewähren, weil wir wissen, dass die Neonazis nicht nur unser Unglück sind, sondern das der ganzen Gesellschaft. Die Ideologie der Rechtsextremisten weist große politische Ähnlichkeiten mit der Ideologie der Islamisten, gleichgültig ob neu zugewandert oder schon länger hier schmarotzend. Die Islamisten, die Demokratie und Freiheit verabscheuen, kommen zu uns nicht aus ideologischen Gründen oder um die Rechtsextremisten zu stärken, auch wenn die Islamisten die Rechtsextremisten für Anhänger ihres äußerst beliebten Hitler halten. Deutsche Linksextremisten fallen ebenfalls ins selbe Raster.

Wir dürfen somit schließen, dass die Ideologien der Rechtsextremisten, der Linksextremisten und der Islamisten sich bezüglich Judenhass – und somit auch bezüglich Israelhass – nicht sonderlich voneinander unterscheiden. Da die allermeisten Islamisten nach deutschem Recht dank der Ereignisse von 2015 in Deutschland unbeschränkt bleiben dürfen, werden wir akzeptieren müssen, dass mit tatkräftiger Unterstützung der eingeborenen deutschen Rechts- und Linksextremisten vielen weiteren Islamisten ein ewiges lebenslängliches Bleiberecht in Deutschland gewährt werden wird.

Israel- und Judenhass werden folglich aus Deutschland niemals verschwinden, sondern zunehmen, unabhängig davon, ob die Gerichte ihren Aufgaben nachkommen werden oder nicht. Es gibt keinen Israelhasser, der nicht zusätzlich Judenhasser ist et vice versa, selbst wenn der Israelhasser ein echter selbsthassender Jude sein sollte. Solange Israelhass toleriert und kleingeredet wird, wird sich der Antisemitismus ausbreiten! Wiegen wir uns nicht allzu sehr in Sicherheit: 20-25% der Bevölkerung Deutschlands sind Judenhasser – Rechtsextremisten, Linksextremisten und Islamisten eingeschlossen.

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.