Wenn eine Nation schläft, während sich ihre politische Landschaft verändert
Deutschland hat aus seiner Geschichte „Nie wieder“ gesagt. Aber reicht Erinnerung, wenn eine Gesellschaft die ersten Warnzeichen wieder als normale Politik betrachtet? […]
Deutschland hat aus seiner Geschichte „Nie wieder“ gesagt. Aber reicht Erinnerung, wenn eine Gesellschaft die ersten Warnzeichen wieder als normale Politik betrachtet? […]
Hannah Arendt, 1906 in Hannover geboren und 1975 in New York verstorben, gehört zu jenen Denkerinnen, deren politisches und philosophisches Werk sich wie ein Dialog durch die Zeiten zieht – ein Gespräch, das sie selbst immer wieder mit Lessing, mit der Geschichte und mit ihren eigenen Erfahrungen führt. […]
Zum 81. Jahrestag des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 würdigt Kulturstaatsminister Weimer öffentlich die Rolle der Angehörigen der Widerstandskämpfer – und rückt die „stillen Heldinnen und Helden“ in den Fokus der Erinnerungskultur. […]
Am 18. Juli 1925 erschien die Erstauflage von Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“. Bis heute ist es das meisterverkaufte Buch deutscher Sprache. Nach dem Krieg wurde der Nachdruck verboten. Heute findet sich eine digitale Fassung in kommentierter Fassung im Internet. […]
Thomas Manns Reden aus dem Exil bleiben ein Mahnmal für die Verantwortung jedes Einzelnen in Zeiten der Barbarei. Der Literat forderte – wie jüngst noch Margot Friedländer – das Gewissen seines Volkes heraus, um das Unrecht zu erkennen, sich der Verantwortung zu stellen und eindringlich ein „Nie wieder“ zu proklamieren. […]
Die Emigration Thomas Manns in die Vereinigten Staaten im Jahr 1938 markiert einen Wendepunkt in seiner politischen und literarischen Entwicklung. […]
Der Tag des Kriegsendes am 8. Mai 1945 gilt heute als „Tag der Befreiung“, als Chiffre für den Beginn unserer Demokratie. Doch die „Stunde Null“ ist auch Beginn des kollektiven Verdrängens und Vergessens der Verbrechen des Nationalsozialismus – und der stillschweigenden Integration der Täter in der Nachkriegszeit […]
Dietrich Bonhoeffer, ein gebürtiger Breslauer, war zu Lebzeiten enorm präsent in der geistlichen Jugendarbeit wie in der Bekennenden Kirche. Insgeheim gehörte er zum Kern der wohl bedeutendsten Verschwörung gegen Hitler; seine „Waffe“ aber war nur das Wort Gottes. Vor 80 Jahren, am 9. April 1945, wurde er im KZ Flossenbürg erhängt. Damit wurde er zu einem Blutzeugen Christi im Widerstand gegen das NS-Regime. […]
Vor 80 Jahren wurde der Theologe Dietrich Bonhoeffer von den Nazis umgebracht. im zweiten Teil unserer Annäherung an den den Widerstandskämpfer widmen wir uns der Theologie des aus Breslau gebürtigen Denkens zu. […]
Vor 80 Jahren wurde der Theologe Dietrich Bonhoeffer von den Nazis umgebracht. Unbeugsam ging er seinen Weg zum Strang, getragen von Glauben und Liebe. […]
Knapp fünf Monate vor dem Ende des Weltenbrandes mit Millionen von Toten, den die nationalsozialistischen Brandstifter entfacht hatten und der am 8. Mai 1945 sein Ende finden sollte, schreibt der Theologe Dietrich Bonhoeffer am 19. Dezember 1944 einen Weihnachtsgruß an seine junge Verlobte Maria von Wedemeyer und seine Eltern aus der Gestapo-Haft. […]
Der Christ Bonhoeffer war im buchstäblichen Sinne Protestant, der wie einst Martin Luther protestierte. Gegen jede Instrumentalisierung durch dämonische Kräfte wie Donald Trump und die neuen Rechten, die ihn versuchen, für ihre menschenverachtende Ideologie zu missbrauchen, ist allein Bonhoeffer schon durch sein Werk und seinen guten Taten gerechtfertigt und für diese Ideologien unantastbar […]
Erich Kästner war schon der berühmte Literat, der weltweit Anerkennung fand. Während der NS-Diktatur geriet er schnell in das Visier des Regimes. Kästner, der seine deutsche Heimat nicht wie viele andere Schriftstellerkollegen verlassen wollte, hatte sich aber verschätzt. Hitlers Unrechtssystem dauerte nicht ein Jahr wie der Schriftsteller meinte, es war keine Episode. […]
Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg wird gemeinsam mit dem Haus der Geschichte St. Pölten die erfolgreiche Ausstellung „Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators. 1889 – 1914“ erweitern. […]
Heute jährt sich zum 80. Mal der Tag, an dem eine Gruppe um den Wehrmachtsoffizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg versuchte, Hitler mit einer Bombe zu beseitigen. […]
Am 1. Juli 2024 jährt sich der 90. Todestag des Journalisten Fritz Gerlich. Doch wer war der mutige Mann, der Adolf Hitler mit seinem Wagemut die Stirn bot und dafür von den Nazis ermordet wurde? […]
Sollte die AfD wirklich versuchen, Deportationspläne unter dem Label „Remigration“ umzusetzen, würde das ihr Ende bedeuten. […]
Am 30. Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Durch Terror und halblegale Methoden war den Nationalsozialisten in kürzester Zeit die Ausschaltung des Rechtsstaats und der Übergang zur Diktatur gelungen. Juden und politische Gegner sahen […]
Im württembergischen Heidenheim steht ein Denkmal für den NS-Generalfeldmarschall Erwin Rommel – allerdings versehen mit einer Gegen-Skulptur, die einen Schatten auf ihn wirft. Hitlers Lieblingsgeneral: war er ein stiller Widerstandskämpfer oder ein gehorsamer Elite-Soldat? Darüber […]
Kennen Sie Edzard Schaper? Falls Ihnen dieser Name nichts sagt, sollten Sie dringend das neue Buch von Günter Scholdt zur Hand nehmen, gerade jetzt, gerade in diesem Jahr. Denn Schaper veröffentlichte 1940, mitten im Siegestaumel […]
In der Galerie deutscher Widerstandskämpfer führte er lange ein Schattendasein: Georg Elser. Wer war der Mann, der am November 1939 Hitler töten wollte? Ein Mann mit Eigensinn und Mut in einem Ozean von Konformismus und […]
Mit einer Instagram-Soap »@ichbinsophiescholl«, holte die ARD den Nationalsozialismus aus den Geschichtsbüchern für junge Influencer-Community in die Gegenwart. Über eine Million Follower verfolgten die Lebensgeschichte der jungen Sophie Scholl. Die Nazi-Ära verkommt dabei zur beliebig […]
Am 8. November 1939 explodiert in München eine Bombe, die Hitler töten soll – doch das Attentat misslingt. Georg Elser, der den Sprengsatz gebaut hat, wird gefasst und im April 1945 in Dachau ermordet. Heute […]
Deutschland in den Nachkriegsjahren – ein „entnazifiziertes“ Volk müht sich, das zu vergessen, was es verschwieg: seine Bereitschaft zur Teilnahme an einem System der Barbarei. Geschichtsverleugnung und Geschichtsumdeutung hatten Hochkonjunktur. So verloren sich der Schrecken […]
Inge Auerbacher ist sieben Jahre alt, als sie im August 1942 – zusammen mit ihren Eltern – ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Mitnehmen durfte sie nur ein Gepäckstück und ihre Puppe Marlene. Dank der Befreiung […]
Hitler und kein Ende? Das Nachleben des Führers erfolgt in immer neuen Filmen, Comics und internet-Formaten. Seine Präsenz erfreut nicht nur geschichtsvergessene dumpfe Nostalgiker, sondern die darin gezeichneten Botschaften und Bilder bieten vielen eine willkommene […]
Vor 80 Jahren erschien das Buch „Die Furcht vor der Freiheit“ (englisch „Escape from Freedom“) von Erich Fromm (1900-1980). Der Inhalt dieses Werkes befasst sich mit zahlreichen Herausforderungen der Gegenwart und unterstreicht damit eindrucksvoll die […]
Die von den Autoren vorgebrachte These, Ultranationalismus, Rassismus und Antisemitismus seien in seinem gesellschaftlichen Umfeld längst verankert, ehe Hitler und die Nationalsozialisten ihren Aufstieg beginnen, wird mit vielen Fakten unterfüttert. Die detaillierte Recherche seines ihn prägenden Umfeldes und der Entwicklung seines Charakters legt neben schon bekannten Fakten zahlreiche neue frei. Es zeigt sich, dass die Forschung zur Person Hitlers längst nicht als abgeschlossen gesehen werden kann. […]
Wolfgang Benz. Protest und Menschlichkeit. Die Widerstandsgruppe „Onkel Emil“ im Nationalsozialismus. Mit 26 Abbildungen. Ditzingen (Reclam) 2020, 220 S., 22,00 €. ISBN 978-3-15- 011258-8. Seit Januar 2012 stand sie wieder im Licht der bundesdeutschen Öffentlichkeit. […]
Ö1-Wissenschaftsjournalist Martin Haidinger diskutiert mit Hannes Leidinger und Christian Rapp über die prägenden Jahre eines Diktators Wie kann man sich Hitlers Familie, Kindheit und Jugend jenseits psychologischer Deutungen vorstellen? Was ist bekannt und wirklich belegbar? […]
Nach der Liquidierung des iranischen Generalmajors, Kommandeurs der Quds-Einheit und obersten Staatsterroristen, Qasem Soleimani, durch US-Soldaten in Bagdad schätzen nicht nur die USA ihre Sicherheitslage im Nahen Osten anders ein, sondern auch das Bundeskriminalamt ändert […]
Dass auch Deutsche sterben müssen, um den Plan der Judenvernichtung zu verwirklichen, ist Hitler gleichgültig. Er liebt nicht die Deutschen – er hasst die Juden. Das ist der Grund, warum junge deutsche Soldaten bei der Verteidigung des Hürtgenwalds sterben müssen: Die Vernichtungslager müssen geschützt werden, die Endlösung der Judenfrage muss erreicht werden. Die Verteidigung des Hürtgenwalds ist militärisch sinnlos. Die deutschen Soldaten sterben, damit der Holocaust fortgesetzt werden kann. Die Judenvernichtungist das oberste Ziel der Nazis und nicht das Glück der Deutschen im tausendjährigen Reich. Die Unterwerfung der Slawen und der Lebensraum im Osten sind zweitrangige Ziele. Der Krieg, und ist er noch so schrecklich, ist nur der Weg. […]
1. Der 1906 in Breslau[1] geborene Dietrich Bonhoeffer wird zu jener Theologengeneration gezählt, die „zum Teil durch den Zweiten Weltkrieg um ihre Entfaltung“[2] gebracht wurde. Dennoch gelangte er sowohl mit seinem fragmentarischen Werk als auch […]
Die Stadt Aachen zieht sich aus der für Oktober 2019 geplanten Verleihung des Aachener Kunstpreises 2018 an den libanesisch-amerikanischen, arabischen, christlichen Halbpalästinenser, also Palästinenser (das Palästinensertum vererbt sich laut UNRWA zeitlich unbegrenzt), und Künstler Walid […]
Kamila Shamsie ist eine britische Pakistanin, die in England lebt und dort viel gelesene und gekaufte Romane schreibt. Ihre Bücher werden in vielen Sprachen übersetzt, außer ins Hebräische, da die Schriftstellerin als Muslima wohl keine […]
Primo Levi ist einer der wichtigsten Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts. Am 13. Juli 2019 war sein einhundertster Geburtstag. Levi war der erste Schriftsteller zum Holocaust, der mit seinem Buch Weltruhm erlangte. Er überlebte das Konzentrationslager […]
Was genau Zuckermann unter Antisemitismus versteht oder nicht versteht, kommt nicht heraus. Die jüngere Entwicklung von Antisemitismus und seine wechselvolle Geschichte seit dem Holocaust sowie seiner einzelnen Facetten werden auch nicht aufgearbeitet. Antisemitismus als Herrschaftsinstrument zu sehen, war und ist eher eine Verschwörungstheorie von rechts. Dies noch zu legitimieren, ist das Perfide an diesem Buch. […]
Das Gedenken zum 75. Jahrestag des 20. Juli 1944 vollzog sich in zu erwartender Weise: Die bundesrepublikanische Staatsspitze – vom Bundespräsidenten über die Bundeskanzlerin bis hin zu Heiko Maas – vereinnahmte die gescheiterte Rettungstat als […]
Wer hofft nicht auf Unsterblichkeit, auf das ewige Leben? Es bleibt seit Menschheitsgedenken ein Traum. Seit dem Rauswurf aus dem Paradies hat sich der Mensch bei der Vermessung seiner zeitlichen Individualität diesen zur Signatur seiner […]
Die Bombe des Grafen Stauffenberg hat bis heute enormen Widerhall. Vor 75 Jahren, am 20. Juli 1944, zündete sie der Generalstabsoffizier in der Wolfsschanze, dem Hauptquartier Hitlers in Ostpreußen. Die Explosion verfehlte ihre geplante Wirkung. […]
Er war einer der Letzten. Sepp Innerhofers hochaufragende Gestalt und markanter, entschlossener Gesichtsausdruck zeugten bis ins hohe Alter äußerlich von jener Willensstärke, welche die Männer auszeichnete, die sich mit dem Frangarter Greißler und Kleinbauern Sepp […]
Frank Wedekind zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Seine größten Erfolge hatte er erst posthum in der Weimarer Republik. Er selbst ist leider relativ jung im Alter von 53 Jahren an den […]
Seit 1998 hängt sein Porträt wieder in der Eingangshalle des Hauptquartiers der Vereinten Nationen (UN) in New York. 1986 war es entfernt worden, als im Zuge einer von führenden SPÖ-Politikern miteingefädelten und vom World Jewish […]
* 15. September 1907 Mannheim † 2. Februar 1945 Gefängnis Berlin-Plötzensee Alfred Delp zählt zu den bekanntesten Glaubenszeugen im Kampf gegen den NS, die der kath. Kirche angehörten. Die Endphase seines Lebens zeigte ihn nicht […]
So lautet der Titel des Buches, welches Ende Oktober 2018 das Licht der Welt erblickt. Die Zahl „1938“ weckt verschiedenartige gedankliche Verknüpfungen, abhängig davon, ob man eher mit den Tätern oder mit den Opfern sympathisiert. […]
– Früher glaubte man, das nur aus diktatorischen Staaten oder aus Russland zu kennen: missliebige Journalisten werden einfach ausgeschaltet. Genickschuss. Tod im Fahrstuhl. Autounfall. Nun hat die tödliche Einschüchterung von Presseleuten uns erreicht. Drei Journalistenmorde […]
70 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches erscheint ein ausgezeichnet recherchiertes Buch von Helmut Irmen über Richter im Nationalsozialismus: Das Sondergericht Aachen 1941-1945 Sondergerichte sind keine Erfindung der Nazis, es gibt sie bereits in […]
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) ruft anlässlich des ersten Todestages von Daphne Caruana Galizia zu einer Schweigeminute am 16. Oktober um 12 Uhr auf. An diesem Tag vor einem Jahr wurde die maltesische Journalistin Opfer eines […]
Mehrere Wochen wurde Deutschland dominiert von der Vorstellung, dass infolge einer brutalen Tötung eines Deutschen und Familienvaters in Chemnitz ein Mob existiere und es Hetzjagden gab. Manche sprachen sogar von Pogromen gegen Flüchtlinge und Ausländer. […]
Herr Präsident, meine Damen und Herren, der Bundesminister des Inneren hat die Migration die „Mutter aller Probleme“ genannt. Es gehört seit Monaten zum außenpolitischen Mantra der Bundesregierung, dass in Afrika und Asien Fluchtursachen bekämpft werden […]
Hermann Pölking: Wer war Hitler. Ansichten und Berichte von Zeitgenossen, 784 Seiten, be.bra Verlag, Berlin 2017, ISBN: 978-3-89809-133-6, 36 Euro Ab Juli 1921 Parteivorsitzender der NSDAP, versuchte Adolf Hitler (1889-1945) im November 1923 mit einem […]
In Bochum wird zu Beginn der Ruhrtriennale unter der Intendantin Stefanie Carp ein Déjà-vu-Stück aufgeführt, dessen sich kein Mitspieler und sehr wenige Zuschauer bewusst sind. Es sollte eigentlich um die Frage gehen, ob das Organisieren […]
Am 10. Dezember 1927 wurde Professor Ludwig Quidde der Friedensnobelpreis verliehen; er erhielt ihn, zusammen mit dem französischen Pädagogen und Pazifisten Ferdinand Buisson, vor allem als Anerkennung seiner unermüdlichen Arbeit zur friedlichen Aussöhnung zwischen Deutschland […]
Trotz Millionen von Toten feiert die sozialistische Idee ihren Siegeszug durch die Geschichte hinweg. Insbesondere die intellektuelle Elite ist für Marx’ Ideen Ungeist empfänglich. Warum aber mögen Intellektuelle den Kapitalismus nicht? Karl Marx ist keineswegs […]
Offiziell herrscht Meinungsfreiheit in Deutschland. Doch trotzdem gibt es Worte, Sätze und Glaubensinhalte, die nicht gesprochen oder gedacht werden sollen. Nein, es geht nicht um Juden und andere KZ-Insassen, es geht nicht einmal um Holocaustleugnung. […]
Alfred Jarry, der Begründer der Pataphysik, schreibt das Theaterstück „König Ubu“. Heute würde er das Theaterstück „König Abbas“ betiteln. Denn die Pataphysik ist die Lehre von den Unnützen Dingen. Prinz Abbas studiert Geschichte an der […]
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